Ärzte Zeitung online, 30.07.2008
 

Warnung vor Fischvergiftung in Florida

DÜSSELDORF (eb). Reisende nach Florida sollten dort in der nächsten Zeit auf den Verzehr von bestimmten Fischsorten verzichten, rät das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. Mindestens fünf Personen sind in der Region nach dem Verzehr von Zackenbarsch an Ciguatera, einer speziellen Form der Fischvergiftung, erkrankt.

"Ciguatera tritt in der Karibik und dem tropischen Indopazifik häufiger auf", erläutert Privatdozent Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM. Das Gift wird dort saisonal von Kleinstlebewesen im Meer, den sogenannten Dinoflagellaten, gebildet und reichert sich über die Nahrungskette in größeren Raubfischen (wie Barrakudas, Muränen, Makrelen) an. Ob ein Fisch mit dem Ciguatoxin belastet ist oder nicht, kann weder beim Fang, noch bei der Zubereitung bemerkt werden. Selbst die Hitze beim Kochen oder Braten zerstört seine Wirkung nicht.

Nach dem Verzehr kann es schon nach wenigen Minuten aber auch erst einige Stunden später zu Übelkeit mit Durchfall und Erbrechen kommen. Des Weiteren treten häufig neurologische Symptome wie Kribbeln und Taubheitsgefühl an Lippen und der Mundschleimhaut auf, aber auch Lähmungserscheinungen, Koordinationsprobleme, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen. Typisch ist auch die Umkehr von Kalt- und Warmempfinden, die monatelang bestehen bleiben kann.

"Auch wenn eine spezifische Behandlung der Vergiftung nicht bekannt ist, sind ernste Folgeschäden oder Todesfälle sehr selten. Meistens besteht eine gute Prognose", sagt Jelinek.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Harter Tobak für die Tabakbranche

Was soll die Politik gegen Nikotinsucht tun? Wie schädlich sind Tabakerhitzer? Diese Fragen beschäftigten die diesjährige Tabakkontroll-Konferenz. mehr »

Das Transplantationsgesetz und seine Folgen

Vor 20 Jahren ging das Transplantationsgesetz an den Start. Was hat sich seitdem verändert? Eine Hoffnung zumindest hat sich nicht erfüllt: die Zunahme postmortaler Organspenden. mehr »

Brexit und NHS - Es gilt das gebrochene Wort

Von den Ankündigungen der "Leave Campaign" ist nichts übrig. 350 Millionen Pfund sollte der Gesundheitsdienst NHS nach dem Brexit mehr bekommen. Geld, das dringend gebraucht wrüde. mehr »