Ärzte Zeitung, 25.05.2009

Einnahme der Pille und Zeitverschiebung: Was ist zu empfehlen?

Bei Langstreckenflügen mit Zeitverschiebung ist der Einnahmeplan der Antibaby-Pille anzupassen.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Grundsätzlich sollte bei Kombinationspräparaten mit Östrogen- und Gestagenanteil und bei reinen Desogestrel-Pillen das Einnahme-Intervall 36 Stunden nicht überschreiten. Beträgt also die Zeitverschiebung bei Flügen in Richtung Westen mit Tagesverlängerung deutlich weniger als 12 Stunden, kann die gewohnte Einnahmezeit mit neuer Ortszeit beibehalten werden.

Bei einer Zeitverschiebung von nahe 12 Stunden und darüber, sollte eine Pille etwa 12 bis 16 Stunden nach der letzten daheim genommenen Pille eingeschoben werden. Danach kann dann mit neuer Ortszeit die Pille wie gewohnt fortgesetzt werden. Bei Flügen in Richtung Osten kommt es zu einer Tagesverkürzung, so dass auch hier die gewohnte Einnahmezeit beibehalten werden kann. Der einmalig verkürzte Einnahmeabstand führt in der Regel nicht zu Problemen.

Bei reinen Gestagen-Pillen ("Minipille") darf das Einnahme-Intervall 27 Stunden nicht überschreiten. Hier sollte bei einer Zeitverschiebung von mehr als drei Stunden in Westrichtung sicherheitshalber eine Pille nach 12 bis 16 Stunden eingeschoben werden. Die darauf folgende Pille kann dann wieder zur üblichen Tageszeit am Reiseziel eingenommen werden.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, zur Sicherheit zusätzlich alternative Verhütungsmittel wie Kondome mitzuführen, da auch bei Reisedurchfall oder bei Antibiotika-Einnahme die Wirksamkeit von Hormonen beeinträchtigt sein kann. Kondome sind zudem der einzige Schutz vor sexuell übertragenen Krankheiten.

Infos Reisemedizin: www.crm.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »