Ärzte Zeitung, 15.09.2009

Mückenschutz beugt Dengue-Fieber vor

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Dengue-Fieber ist in den Tropen häufig. Die Überträgermücken sind anders als bei Malaria tagaktiv.

Dengue-Fieber ist die weltweit häufigste durch Mücken übertragene Virus-Infektion. Nach Angaben der WHO erkranken jährlich etwa 50 Millionen Menschen in über 100 Ländern der Tropen und Subtropen. In Deutschland wurden 2008 dem RKI 273 Reisende mit importierten Erkrankungen gemeldet. Die Dunkelziffer liegt vermutlich deutlich höher.

Erreger des Dengue-Fiebers ist ein Flavivirus; es gibt vier verschiedenen Serotypen. Die Viren werden vor allem durch Weibchen der Stechmücken-Gattungen Aedes aegypti und Aedes albopictus übertragen. Die Krankheit beginnt meist grippeähnlich mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Nach vorübergehendem Fieberabfall kommt es oft zu einem zweiten Fieberanstieg mit feinfleckigem Exanthem.

Sehr schwer können das Dengue-hämorrhagische Fieber (DHF) und das Dengue-Schock-Syndrom (DSS) verlaufen. DHF und DSS treten vor allem bei Infektionen von Kindern unter 15 Jahren oder bei Re-Infektionen mit einem anderen Serotyp des Virus auf. Hierbei kommt es zu Blutungsneigung mit innerlichen und äußerlichen Hämorrhagien bis zur Schocksymptomatik. Die Sterberate beträgt bis zu 30 Prozent.

Eine spezifische, antivirale Therapie gegen Dengue-Fieber gibt es nicht. Betroffene werden symptomatisch behandelt mit fiebersenkender, schmerzstillender Medikation, vorzugsweise Paracetamol, und Volumensubstitution bei DHF. Auf den Einsatz von Acetylsalicylsäure sollte wegen möglicher Verstärkung der Blutungsneigung verzichtet werden.

Da es bisher keine Impfung oder Chemoprophylaxe gegen Dengue-Fieber gibt, steht zur Vermeidung der Infektion die Expositionsprophylaxe gegen Stiche der tag- und dämmerungsaktiven Vektoren mit heller, bedeckender Kleidung und Repellentien im Vordergrund.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

38 Prozent mehr psychische Diagnosen bei jungen Erwachsenen

Immer mehr junge Erwachsene leiden unter psychischen Erkrankungen. Allein die Diagnose Depressionen hat um 76 Prozent seit 2005 zugenommen, so der Arztreport 2018. mehr »

Vorhofflimmern schlägt aufs Hirn

Nicht nur ein Risikofaktor für Schlaganfall: Vorhofflimmern ist auch für das Gehirn gefährlich. Angststörungen und kognitive Einschränkungen sind Nebenwirkungen, so eine Studie. mehr »

Gericht urteilt über Diesel-Fahrverbote

Müssen Städte die Feinstaub-Notbremse ziehen und Diesel-Fahrzeuge aus den Innenstädten verbannen? Bejaht das Bundesverwaltungsgericht dies, könnte auch die Gesundheitswirtschaft in die Bredouille kommen. mehr »