Ärzte Zeitung online, 31.12.2009

Eine normale Urlaubsreise ist für Schwangere nicht tabu

Schwangere müssen Reisen gut planen. Bei Impfungen oder langen Flügen gibt es Einschränkungen.

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Auch Schwangere können in ferne Länder reisen.

Foto: © Galina Barskaya / fotolia.com

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Eine unkomplizierte Schwangerschaft spricht prinzipiell nicht gegen eine Urlaubsreise. Allerdings gibt es einige Aspekte, auf die Schwangere bei der Reiseplanung achten sollten.

Die beste Reisezeit für Schwangere ist das mittlere Schwangerschaftsdrittel, da sich der mütterliche Organismus auf die veränderten Hormon- und Kreislaufverhältnisse eingestellt hat und das anfangs erhöhte Abortrisiko nur noch gering ist. Von Reisen in Malariagebiete ist wegen des hohen Gesundheitsrisikos für Mutter und Kind abzuraten. Für die Mehrzahl der Malariamittel bestehen Einschränkungen oder Kontraindikationen in der Anwendung bei Schwangeren.

Chloroquin kann während der ganzen Schwangerschaft eingesetzt werden, wird aber wegen verbreiteter Resistenzen nicht für die Chemoprophylaxe empfohlen. Lebendimpfungen sind in der Schwangerschaft kontraindiziert, mit Ausnahme der Gelbfieber-Impfung, die ab dem zweiten Trimenon bei unvermeidbarem, hohem Infektionsrisiko verabreicht werden kann. Für die meisten Totimpfstoffe liegen keine ausreichenden Erfahrungen über die Anwendung während der Schwangerschaft vor, so dass eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen sollte. Das Fliegen stellt an sich keine Gefahr für Mutter und Kind dar, allerdings sollten Frauen mit einem erhöhten Fehlgeburtsrisiko auf Flugreisen innerhalb der ersten drei Monate verzichten. Die meisten Fluggesellschaften befördern Einlings-Schwangere bis zur 36. Schwangerschaftswoche. Oft wird allerdings ab der 28. Woche beim Check-in ein Unbedenklichkeitszeugnis des Gynäkologen verlangt.

Wegen des erhöhten Thromboserisikos sollten Schwangere auf Langstreckenflügen Kompressionsstrümpfe tragen. Bei zusätzlichen Risikofaktoren ist auch die Gabe von niedermolekularem Heparin in Erwägung zu ziehen.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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