Ärzte Zeitung, 18.06.2010

Kurz nach einem Tauchgang zu fliegen ist gefährlich

Wer zu schnell nach einem Tauchurlaub den Rückflug antritt, riskiert eine Dekompressionskrankheit.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

zur Großdarstellung klicken

Nach einem Tauchgang sollte nicht zu schnell der Rückflug angetreten werden.

© Reiner Schlag / fotolia.com

Einige der schönsten Tauchgebiete der Welt lassen sich von Europa aus normalerweise nur mit dem Flugzeug erreichen.

Schon bei der Urlaubsplanung sollte berücksichtigt werden, dass zwischen einem Tauchgang und einer Flugreise oder auch dem Aufsuchen von Höhen bestimmte Wartezeiten eingehalten werden müssen. Beim Tauchen sättigen sich die Körpergewebe durch den erhöhten Umgebungsdruck in der Tiefe mit Stickstoff auf.

Dieser löst sich bei und nach dem Auftauchen durch das Nachlassen des Druckes langsam wieder aus den Geweben, wird mit dem Blutstrom zur Lunge transportiert und dort abgeatmet. Kommt es nun im Flugzeug oder in größeren Höhen zu einer weiteren Verringerung des Umgebungsdruckes, kann noch im Körper verbliebener Stickstoff zur Bildung von Gasblasen und dadurch zu einer Dekompressionskrankheit führen.

Aus diesem Grunde sollten Tauchurlauber nach dem letzten Tauchgang bis zum Antritt des Rückfluges sicherheitshalber ein Intervall von mindestens 24 Stunden einhalten. Wenn im Urlaub intensiv (zwei und mehr Tauchgänge pro Tag) getaucht wurde oder dekompressionspflichtige Tauchgänge erfolgten, sollten sogar 36 bis 48 Stunden zwischen Tauchen und Flugantritt liegen.

Moderne Tauchcomputer zeigen in der Regel auch die Wartezeit bis zum Flug an. Gerade Vieltaucher sollten sich aber nicht allein auf diese Angabe verlassen und eher längere Intervalle einhalten, da bei häufigen Wiederholungstauchgängen die individuelle Stickstoffaufsättigung des Körpers durch die verwendeten Computerprogramme oft gar nicht so exakt berechnet werden kann.

Ausführliche Informationen zur Reisemedizin gibt es unter: www.crm.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »