Ärzte Zeitung online, 01.04.2009

UNESCO-Weltkonferenz: 75 Millionen Kinder ohne Schule

BONN (dpa). Noch immer haben 75 Millionen Kinder weltweit keine Möglichkeit zum Schulbesuch. Dies zu ändern ist eines der Ziele der Dekade der Vereinten Nationen zur "Bildung für Nachhaltige Entwicklung". Ein erstes Fazit wird seit Dienstag zur Halbzeit der Dekade jetzt bei der UNESCO-Weltbildungskonferenz in Bonn gezogen.

Um im verbliebenen Zeitraum das gesteckte Ziel "Bildung für alle" umzusetzen, müssten jetzt in Bonn Lösungen beraten werden, forderte die frühere Bildungsministerin von Mosambik und Ehefrau des südafrikanischen Ex-Präsidenten Nelson Mandela, Graça Machel, zum Konferenzauftakt.

Mehr als 50 Bildungsminister und über 700 Delegierte aus aller Welt erörtern auf der Tagung die Schaffung von Bildungssystemen zum Nutzen und Vorteil bestehender und kommender Generationen.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sagte in ihrer Auftaktrede, sie erwarte von der Konferenz neue Impulse und eine neue Dynamik. Bildung für Nachhaltigkeit müsse eine viel stärkere Rolle spielen als bisher.

Bildung - der Schlüssel zu Wohlstand

"Lokales Handeln hat globale Folgen", sagte Schavan. Bildung sei der entscheidende Schlüssel für einen zukunftsorientierten Wohlstand. Das Millenniumsziel "Bildung für alle" müsse daher Vorrang haben. Ziel müsse es sein, in der zweiten Hälfte der UN-Dekade diesen Bildungsbegriff schon bei der Aus- und Weiterbildung von Lehrern fest zu verankern.

Eine stärkere internationale Zusammenarbeit forderte der UNESCO-Generaldirektor für Bildung, Nicholas Burnett. "Nur wenn alle Staaten besser zusammenarbeiten, kann sich eine nachhaltige Entwicklung durchsetzen", sagte er. Ziel der UN-Dekade sei es, das Leitbild des zukunftsorientierten Handelns weltweit in Kindergärten, Schulen und Universitäten zu verankern.

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