Ärzte Zeitung online, 27.08.2009

Schulen erhalten Preis für Behinderten-Förderung

GÜTERSLOH (dpa). Für ihren gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern werden drei Schulen in Gießen, Berlin und Hannover mit dem "Jakob-Muth-Preis" ausgezeichnet. Der jeweils mit 3000 Euro dotierte Preis werde in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen, teilte die Bertelsmann Stiftung am Donnerstag in Gütersloh mit. Die nach einem Bochumer Pädagogik-Professor benannte Auszeichnung wird am Montag (31. August) in Berlin verliehen.

Träger des Preises für sogenannte inklusive Schulen sind neben der Bertelsmann Stiftung die Deutsche UNESCO-Kommission in Bonn und die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer (SPD). Bei den Siegerschulen handelt es sich um die Sophie-Scholl-Grundschule in Gießen, die Erika-Mann-Grundschule in Berlin und die Integrierte Gesamtschule Hannover-Linden. Weitere 141 Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet hatten sich um den Preis beworben.

Insgesamt gebe es in Deutschland 500 000 Schülerinnen und Schüler, die sonderpädagogisch gefördert werden. Allerdings werden nach Angaben der Bertelsmann Stiftung nur 15 Prozent der körperlich oder geistig behinderten Kinder gemeinsam mit nicht behinderten Schülern unterrichtet. Die Stiftung wies daraufhin, dass seit diesem Jahr auch in Deutschland die UN-Behindertenkonvention gelte, die in Artikel 24 ein inklusives Schulsystem fordert.

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