Ärzte Zeitung online, 18.09.2009

Psychologe: Mehr Morddrohungen an Bayerns Schulen

MÜNCHEN (dpa). An bayerischen Schulen gibt es nach Angaben des Landesverbandes bayerischer Schulpsychologen (LBSP) immer häufiger ernst gemeinte Morddrohungen. Sie richteten sich sowohl gegen Schüler als auch gegen Lehrer, sagte der LBSP-Vorsitzende Hans-Jonas Röthlein in München.

Es handle sich um "ernst gemeinte, substanzielle Morddrohungen". Vielfach hätten die betreffenden Schüler Todeslisten erstellt oder die Tat schon detailliert geplant. Gerade darum sei es wichtig, psychische Störungen so früh wie möglich zu erkennen und auch zu behandeln, so Röthlein zur dpa.

Grund für die höhere Zahl der Morddrohungen sei auch, dass viele Kinder in der Schule unter Mobbing litten oder "sozialen Aggressionen" ausgesetzt seien. Schon in der ersten und zweiten Klasse gebe es Schlägereien - vor allem auf dem Schulweg. Schon früh komme es zur "Bandenbildung". Ein Alarmzeichen für Eltern sollte es demnach sein, wenn Kinder oft "Bauchschmerzen" bekommen oder in der Schule keinen besten Freund haben. Auch am Nachmittag sollten Kinder den Kontakt zu ihren Schulfreunden pflegen.

Lesen Sie dazu auch:
Ist eine Prävention von Amokläufen an Schulen möglich?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können auch das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »

Liebe überwindet geistige Behinderung

Eine Anlaufstelle in Mainz kümmert sich, wenn Menschen mit geistiger Behinderung wegen unerfüllter Sehnsucht nach Lust und Liebe das Herz schwer ist. Anfragen kommen aus ganz Deutschland. Trotzdem droht die Schließung. mehr »

Putzen schadet der Lunge ähnlich wie Rauchen

Schlechte Nachrichten für Sauberkeitsfans: Wer regelmäßig Reinigungsmittel benutzt, schadet seiner Lunge so, als ob man jahrelang raucht. Diesen Effekt fanden Forscher aber nur bei Frauen – doch sie haben dafür eine Erklärung. mehr »