Ärzte Zeitung online, 02.11.2009

Unterschiede der School Shootings in Deutschland und den USA

BERLIN (dpa). Die Gewalttaten an deutschen Schulen ähneln zwar den School Shootings in den USA und anderen Ländern. So leiden beispielsweise die meisten Täter unter psychischen Erkrankungen wie einer Depression. Es gibt aber auch Unterschiede, wie die Diplom-Psychologin Rebecca Bondü von der Freien Universität Berlin sagt.

"Während sich die Täter in Deutschland nach der Tat meist selbst umgebracht haben, gibt es in anderen Ländern wie den USA viele unbekanntere Vorfälle, bei denen sich die Täter nicht getötet haben."

Außerdem waren in Deutschland laut Bondü lange Zeit fast nur Lehrer die Opfer. Erst seit einigen Jahren zielen die Täter bewusst auch auf Gleichaltrige. Im Ausland dagegen hatten es die Täter schon früher sowohl auf Lehrer als auch auf Mitschüler abgesehen. In Deutschland stürmten darüber hinaus nicht nur Schüler in die Schulen, die sie zu dem Zeitpunkt besuchten. Es sei auch immer wieder vorgekommen, dass einige ehemalige Schüler bewaffnet in ihre früheren Schulen gekommen seien, sagt Bondü. Anders sei auch, dass gerade in den USA die Täter nicht nur schlechte Schüler waren. In Deutschland hatten die Täter dagegen bisher fast immer Sorgen wegen Leistungsproblemen.

Aus Gründen wie diesen können Präventionsmodelle wie aus den USA nicht einfach auf Deutschland übertragen werden. Stattdessen müssen die Wissenschaftler bei ihren Arbeiten die unterschiedlichen Motivationen der Täter berücksichtigen.

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