Ärzte Zeitung online, 15.09.2017

Berufswahl

Zehn Jahre bis zum Berufseinstieg

Die Berufsaussichten für junge Leute sind gut. Aber viele haben Probleme, sich endgültig zu entscheiden.

BERLIN. Zuversichtlich, leistungsbereit – und zuweilen mit der Berufswahl überfordert: Dieses Bild zeichnet eine neue Studie von jungen Menschen in Deutschland. Angesichts der robusten Wirtschaftslage und sinkender Bewerberzahlen bewerten die 15- bis 24-Jährigen ihre Job-Aussichten immer besser.

Sie glauben, dass sich Leistung lohnt und dass die Aufstiegschancen gut oder sehr gut sind. Doch sie gehen die Berufswahl nicht so planvoll und zielstrebig an wie frühere Generationen. Das geht aus einer repräsentativen Allensbach-Umfrage hervor.

"Insgesamt blickt die junge Generation optimistisch in die Zukunft und ist trotz der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland leistungsbereit", hieß es. Zugleich haben berufliche Ziele an Stellenwert verloren. Zwar wollten die meisten jungen Menschen Spaß bei der Arbeit und eine sichere Stelle.

Wichtiger als Erfolg im Beruf sei es ihnen aber, das Leben zu genießen, sich Hobbys zu widmen und sich selbst zu verwirklichen – mit zunehmender Tendenz.

Vom Schulabschluss bis zum Berufseintritt dauere es heute für viele etwa zehn Jahre, erklärte der Sozialwissenschaftler Klaus Hurrelmann. Viele fühlten sich unzureichend über berufliche Perspektiven informiert und schlecht auf das Berufsleben vorbereitet.

"Die Lehrkräfte wissen kaum, wie es in der Berufswelt aussieht, und die Unternehmensvertreter kennen die Schule selten von innen." Unsicher mache auch, dass sich wirtschaftliche, politische und technische Bedingungen schnell änderten und die Vielfalt beruflicher Optionen wachse. Um ihre Chancen zu sichern, bemühten sich junge Menschen deshalb um einen möglichst hohen Schulabschluss. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »