Ärzte Zeitung, 20.11.2015

Durchfall und Erbrechen

Zahlreiche WM-Segler erkrankt

Seit Monaten beklagen sich Sportler über die grobe Verunreinigung der Gewässer vor Rio de Janeiro. Nun sind dort zahlreiche WM-Segler erkrankt.

BUENOS AIRES. Zahlreiche Segler kämpfen bei der Weltmeisterschaft der 49er- und 49erFX-Gleitjollen vor Buenos Aires mit gesundheitlichen Problemen. Es soll sich um eine Infektion handeln. Als Grund wird die Verunreinigung des Gewässers angenommen.

"Mindestens ein Drittel der Flotte wurde bislang von Magenschmerzen, Durchfall und Erbrechen heimgesucht", sagte 49er-Olympiasieger und America's-Cup-Skipper Nathan Outteridge der australischen Nachrichtenagentur AAP.

Pikant: Auch über die Gewässer, die im nächsten Jahr bei den Olympischen Spielen vor Rio de Janeiro genutzt werden, gibt es seit Monaten Beschwerden wegen grober Verunreinigungen.

Outteridge berichtete, dass Gewitter und schwere Regenfälle die bräunlich gefärbten Gewässer vor der argentinischen Metropole mit zusätzlichem Schmutz belastet hätten: "In Rio weiß jeder Segler um die Belastung, sorgt vor und passt auf sich auf. Hier aber hat man allen erzählt, dass es nur schlammiges Wasser ist. Doch es ist eben auch viel Dreck drin."

Sein Vorschoter Iain Jensen war ebenfalls erkrankt.

Auch der Kampf der deutschen 49er-Segler um den Nationenstartplatz in Rio wurde von der Erkrankungswelle beeinträchtigt. Die in der nationalen Olympia-Ausscheidung führenden Europameister Justus Schmidt und Max Boehme (Kiel) hatten nach der dreitägigen Qualifikation als 28. den Cut für die Finalregatten der besten 25 Mannschaften verpasst.

Der erkrankte Boehme konnte über mehrere Tage nur mit halber Kraft segeln. Die deutschen Hoffnungen ruhen jetzt auf den Berlinern Erik Heil und Thomas Plößel. Sie gehen als Drittplatzierte in die letzten beiden Renntage. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »