Ärzte Zeitung, 19.01.2004

Fußball-Winterpause: ja oder nein?

Der eine Sportmediziner ist gegen eine Winterpause, der andere plädiert dafür

NEU-ISENBURG (ug). Braucht die Bundesliga eine Winterpause? Darüber wird zur Zeit, kurz bevor es im deutschen Fußball wieder losgeht, diskutiert. Franz Beckenbauer hält die Winterpause für "totalen Luxus", der Sportmediziner Professor Wilfried Kindermann dagegen plädiert entschieden dafür.

"Wir sind das einzige Land der Top-Nationen, das sich eine Sommer- und eine Winterpause leistet." Damit hat FC-Bayern-Präsident Beckenbauer die Diskussion angestoßen, berichtet der Online-Service "sport1". Rückendeckung bekommt er vom ehemaligen Bayern-Kicker Olaf Thon, der in einem Interview gefordert hat: "Weg mit der Winterpause!" Auch Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Team-Arzt des FC Bayern, ist gegen die Pause: "Die Bundesliga sollte darüber nachdenken, die Winterpause abzuschaffen, damit die Spieler sich im Sommer zweieinhalb Monate erholen können."

Anders sieht das Kindermann, ehemaliger Betreuer der Fußball-Nationalmannschaft und derzeit Olympia-Arzt. "Ich rate dringend, die Winterpause beizubehalten", sagt der Sportmediziner aus Saarbrücken im Interview mit "sport1". "Sie bietet eine hervorragende Möglichkeit, nach kurzer Regeneration die Kondition wieder aufzufrischen und kleine Blessuren oder Verletzungen auszuheilen." Kindermann sieht die Pause als Chance: "Eine sinnvoll genutzte Winterpause bedeutet sowohl Gesundheitsvorsorge als auch Leistungsoptimierung."

Die Deutsche Fußball-Liga hält sich bisher bedeckt. Man wolle diese Diskussion nicht anheizen, heißt es. Außer dem FC Bayern hat sich auch noch keiner der anderen Erstligisten zur Abschaffung der Pause geäußert. Bleibt also nur, mit Beckenbauer zu sprechen: "Schau‘n mer mal."

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