Ärzte Zeitung, 26.02.2004

Politik und Sport streiten über Anti-Doping-Gesetz

Gespräche für März geplant

NEU-ISENBURG (Smi). Braucht Deutschland ein Anti-Doping-Gesetz? Darüber soll noch in diesem Frühjahr entschieden werden. Im März wollen die Sportexperten der SPD-Fraktion mit dem Deutschen Sportbund (DSB) Gespräche darüber führen, ob Doping künftig ein eigener Straftatbestand sein soll.

Mit der 8. Novelle des Arzneimittelgesetzes (AMG) 1998 waren der Handel mit sowie das Verschreiben und Inverkehrbringen von Dopingmitteln unter Strafe gestellt worden. Damit gab es erstmals eine Handhabe, um gegen die Hintermänner des Dopings vorzugehen.

Die Sportverbände - außer dem DSB auch das Nationale Olympische Komitee (NOK) - halten die Interventionsmöglichkeiten gegen Dopingsünder für ausreichend. Auch Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) und die CDU lehnen ein eigenes Anti-Doping-Gesetz ab.

Dagegen sind die Grünen und einige Sportexperten der SPD für ein solches Gesetz. Sie halten das bisherige Instrumentarium für nicht ausreichend. Einer von ihnen ist der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Danckert.

Im Gegensatz zu Strafrechtsexperten, die darauf hinweisen, daß nach deutschem Recht die Selbstschädigung nicht strafbar ist, verweist Danckert auf den Wettbewerbscharakter. Bei Sportfesten und Weltmeisterschaften sei der Sportler "nicht nur das Individuum, das tun und lassen kann, was es will. Es gelten andere Regeln, weil die Partner im Sport und auch das Publikum beteiligt sind."

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Anti-Doping-Gesetz könnte Signal setzen

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