Ärzte Zeitung, 03.09.2004

Labrum-Einriß - eine Ursache von Hüftbeschwerden

CAMBRIDGE (ner). Rezidivierende Hüftbeschwerden bei aktiven Fußballern sind offenbar oft auf Verletzungen des Labrum acetabulare zurückzuführen. Englische Orthopäden empfehlen daher die Arthroskopie als diagnostische und zugleich therapeutische Maßnahme.

Die Symptomatik bei Verletzungen des Labrums am Hüftpfannen-Rand seien manchmal schwer zu unterscheiden von Leistenbeschwerden, weshalb oft eine Leistenhernie vermutet und auch operiert werde, schreiben Dr. T. Saw und Dr. Richard Villar vom BUPA Cambridge Lea Hospital in England im "Journal of Bone and Joint Surgery" (86, 2004, 655).

Computer- oder Magnetresonanz-Tomographie der Hüfte lieferten manchmal falsch negative Ergebnisse, so die Orthopäden. Diagnostisch wegweisend sei die Anamnese eines Rotationsmechanismus unmittelbar vor Auftreten der ersten Beschwerden sowie ein positiver Schmerzprovokations-Test. Dabei wird die Hüfte 90 Grad gebeugt, nach innen rotiert und adduziert. In der Arthroskopie sei der Labrum-Einriß sicher zu identifizieren. Defektes Gewebe kann sofort entfernt werden.

Saw und Villar beschreiben den Verlauf bei sechs Fußballprofis, die seit längerem Hüftbeschwerden hatten. Einer werde wegen starker Knorpelschäden im Gefolge der Labrum-Verletzung wohl nicht mehr in den Profi-Fußball zurückkehren können.

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