Ärzte Zeitung, 23.09.2004

KOMMENTAR

Ist das Testergebnis wirklich zweifelsfrei?

Von Pete Smith

Erstmals in der Geschichte des Sports scheint der Nachweis über eine Manipulation mit Fremdblut gelungen zu sein.

Der Fall des US-Radprofis Tyler Hamilton, der gleich bei zwei Dopingtests aufgefallen ist, wird bereits als Sieg der Rechtschaffenen über die Betrüger gefeiert - und das noch bevor der durch zwei A-Proben gestützte Verdacht mit den B-Proben bestätigt worden ist.

In der Tat wäre ein zweifelsfreier Nachweis wie dieser ein bedeutender Schritt im weltweiten Kampf gegen Doping. Doch noch ist Zurückhaltung geboten. Denn die Betonung liegt auf "zweifelsfrei".

Bislang sind weltweit nur zwei vom IOC akkreditierte Dopinglabore in der Lage, eine Transfusion von Fremd- oder Eigenblut nachzuweisen. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gelehrt, daß die Eindeutigkeit der Testergebnisse bei neuen Verfahren zunächst in Zweifel gezogen wird. Wahrscheinlich ist, daß am Ende auch hier die Gerichte das letzte Wort haben.

Lesen Sie dazu auch:
Olympiasieger Tyler Hamilton soll mit Fremdblut gedopt haben

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