Ärztliche Allgemeine, 26.05.2005

Anti-Aging durch Sport ist keine Utopie

Die Pille für das ewige Leben gibt es noch nicht. Dennoch: Innerhalb gewisser Grenzen haben es Menschen selbst in der Hand, wie lange sie fit bleiben. Für Professor Hans-Georg Predel von der Deutschen Sporthochschule in Köln ist Sport ein Lebenselixier - nicht nur für Gesunde.

An den demographischen Fakten ist nicht mehr zu rütteln. Die Menschen werden immer älter, und der Anteil der Alten nimmt rasant zu. "In den westlichen Industrienationen verlängert sich die durchschnittliche Lebenserwartung pro Jahr um sechs bis acht Wochen", sagte Professor Hans-Georg Predel von der Deutschen Sporthochschule Köln. Natürlich gebe es Unterschiede.

So sei etwa für männliche Beamte, Dirigenten oder Pfarrer und Pastoren gezeigt worden, daß deren Lebenserwartung den Bevölkerungsdurchschnitt um einige Jahre übersteige. Umgekehrt kostet die ärztliche Berufsausübung mehrere Jahre, was vor allem durch die kurze Lebenserwartung in den operativen Fächern verursacht wird. "Allgemeinmediziner, Praktiker und Internisten liegen dagegen nur etwa zwei Jahre unter der durchschnittlichen Lebenserwartung", so Predel.

Grund für Fatalismus sollte dies aber nicht sein, denn aktives Anti-Aging ist möglich. Der Sportmediziner Predel denkt dabei natürlich in erster Linie an regelmäßige körperliche Aktivitäten. So sei seit den neunziger Jahren bekannt, daß bei einer in Laufbandtests ermittelten, schlechten körperlichen Fitneß die Gesamtsterblichkeit um den Faktor drei erhöht sei.

Zu Buche schlage vor allem die kardiovaskuläre Sterblichkeit: Sie liege bei Untrainierten, verglichen mit gut Trainierten, etwa achtfach höher.

Amy Hakim konnte zeigen, daß bei nicht rauchenden Männern über sechzig binnen zwölf Jahren die Sterblichkeit bei jenen, die weniger als eine Meile am Tag zu Fuß zurücklegten, fast doppelt so hoch war wie bei jenen, die mehr als zwei Meilen zu Fuß gingen.

"Wir können unser Schicksal wesentlich mitbeeinflussen", so Predels Resümee. Er schätzt, daß lebenslanger Sport im Mittel für etwa drei bis fünf Jahre Lebensverlängerung gut ist. Entscheidend für Predel ist aber die Verbesserung der Lebensqualität.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Wenn Frauen beim Sex Urin verlieren

Unwillkürlicher Urinabgang beim Geschlechtsverkehr tritt bei Frauen öfter auf, als viele glauben. Gesprochen wird darüber nur selten. Dabei könnte den Betroffenen geholfen werden. mehr »

Aufgeschlossen, aber schlecht informiert

Jugendliche und junge Erwachsene halten sich beim Thema Organspende für eher schlecht informiert. Trotzdem sind sie dafür wesentlich aufgeschlossener als Ältere. mehr »

Hirnschaden durch zu viel Selen

Fast blind und dement kommt eine Frau zum Arzt. Dieser findet das Problem: Sie hat lange viele Selenpillen geschluckt. Die Nahrungsergänzung schädigte ihr Hirn dauerhaft. mehr »