Ärzte Zeitung, 22.04.2005

Verstauchte Knöchel erholen sich mit Schienung

Luftgepolsterte Knöchel-Orthese ist Standardbehandlung mit elastischer Wickelung überlegen

GLASGOW (ner). Bei verstauchtem Sprunggelenk hilft die Aircast-Schiene besser als ein elastischer Verband. Das berichten britische Notfall-Ärzte, die eine Studie mit 50 Patienten mit Bänderzerrungen im lateralen Sprunggelenksbereich gemacht haben.

Eine Aircast-Schiene - das ist eine luftgepolsterte Knöchel-Orthese - stützt den linken Knöchel. Foto: AIRCAST Europe

Die Patienten mit moderaten und schweren Bandzerrungen wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt. Sie erhielten entweder die in Großbritannien übliche Standardbehandlung nach der PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagerung) sowie einen elastischen Verband. In der anderen Gruppe erhielten die Patienten statt des Verbandes die Aircast-Schiene. Dabei handelt es sich um eine luftgepolsterte Knöchel-Orthese.

Schmerzmittel und Unterarm-Gehstützen wurden je nach Bedarf verordnet. Dr. Steve H. Boyce von der Notfall-Ambulanz am Glasgower Victoria-Krankenhaus und seine Kollegen beurteilten nach zehn Tagen und nach einem Monat die Knöchelfunktion. Dazu benutzten sie den Karlsson-Score mit acht Kategorien wie Schmerz, Schwellung, Instabilität oder Arbeitsfähigkeit (Br J Sports Med 39, 2005, 91).

In beiden Gruppen verbesserte sich die Gelenkfunktion im Zeitverlauf. Sowohl nach zehn Tagen als auch nach einem Monat schnitten die mit der Orthese behandelten Patienten auf der 90-Punkte-Karlsson-Skala signifikant besser ab als die Patienten in der Kontrollgruppe.

Die separate Beurteilung der Schmerzen auf der zehnstufigen visuellen Analogskala (VAS) sowie des Knöchelumfangs im Vergleich zum gesunden Sprunggelenk ergab zwar keine signifikanten Unterschiede, jedoch einen Trend zugunsten der Schiene.

Obwohl laterale Bandverletzungen am Sprunggelenk zu den häufigsten Sport- und Freizeitverletzungen gehören, gebe es nach wie vor keinen allgemein anerkannten Therapie-Standard, kritisiert Boyce. Mal werde operiert, mal das Sprunggelenk immobilisiert, mal funktionell behandelt.

Für die funktionelle Therapie spreche die vergleichsweise bessere Mobilisation der Patienten und die rasche Rückkehr zu den Alltagsaktivitäten, so die Kollegen. Die Schienen sollen dabei das Gelenk stabilisieren und zugleich Beweglichkeit gewährleisten. Elastischen Verbänden wird allenfalls ein subjektives Sicherheitsgefühl zugesprochen.

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