Ärzte Zeitung, 08.11.2006

Neues Anti-Doping-Gesetz in Spanien

Regierung setzt auf "Null-Toleranz" / Gefängnisstrafen für Ärzte und Manager

MADRID (mame). Bis vor kurzem noch galt Spanien als das Doping-Paradies schlechthin. Ärzte und Sportler brauchten nur selten Kontrollen zu befürchten. Damit ist es nun vorbei. Jetzt wurde vom Parlament ein neues Anti-Doping-Gesetz verabschiedet.

Vor allem der jüngste Skandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes, der unter Verdacht steht, über 50 Radsportler gedopt zu haben, bewegte die spanische Regierung zur Strategie der "Null-Toleranz". Das neue Gesetz bestraft Ärzte und Manager, die Sportlern verbotene Mittel verabreichen, künftig sogar mit bis zu zwei Jahren Gefängnis.

Weiterhin soll eine Dopingbehörde geschaffen werden. Außerdem müssen sich alle Sportler, die an spanischen Wettbewerben teilnehmen, regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Sie können auch unangemeldet getestet werden.

Das Gesetz, das bereits in drei Monaten in Kraft treten soll, sieht zudem vor, des Dopings überführte Sportler bis zu vier Jahre für sämtliche Sportwettbewerbe zu sperren. "Das ist ein großer Schritt nach vorne. Das Null-Toleranz-Prinzip wird in diesem Land Wirklichkeit werden. Doping wird nun ein Strafvergehen werden", erklärte Spaniens Staatssekretär für Sport, Jaime Lissavetzky. Es sei unfair gewesen, "bisher nur die Sportler, nicht aber die Hintermänner zu bestrafen".

In Spanien kam es vor allem im Radsport immer wieder zu Dopingskandalen. Doch die internationale Dimension des im Mai von der spanischen Polizei aufgedeckten Dopingskandals um den Arzt Eufemiano Fuentes bewegte nun auch Spaniens Politiker zum schnellen Handeln. Fuentes soll als Teamarzt der Radsportmannschaft Liberty Seguros nicht nur Vereinsprofis gedopt haben, sondern weit über 50 internationale Radsportprofis, darunter auch Jan Ullrich.

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