Ärzte Zeitung, 14.06.2007

Jeder Orientierungslauf ist eine neue Herausforderung

In Deutschland gibt es etwa 5000 aktive Läufer / Außer Fitness ist bei dieser Sportart auch gutes Orientierungsvermögen gefragt

DRESDEN (ddp). Fitness allein reicht beim Orientierungslauf nicht aus. Wer in dieser Ausdauersportart ans Ziel kommen will, braucht zusätzlich eine ordentliche Portion an räumlichem Überblicksvermögen. Denn für die Sportler geht es querfeldein durch unbekannte Wälder, oft über ein Dutzend Kilometer weit.

Ziel ist es, eine grob abgesteckte Route in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen. Dabei gleicht kein Lauf dem anderen. "Die einzigen Hilfsmittel sind eine Umgebungskarte und ein Kompass", sagt Joachim Gerhardt, Landesfachwart für Orientierungslauf beim Sächsischen Turn-Verband.

Während der Kompass dabei hilft, die richtige Himmelsrichtung zu finden, sind auf der Karte die Geländepunkte eingetragen. Diese müssen von den Sportlern einzeln abgelaufen werden. "Je nach Schwierigkeitsgrad können dies zwischen 10 und 35 Posten sein", erläutert Gerhardt. Keine der Kontrollstationen darf ausgelassen werden, will der Läufer nicht aus der Wertung fallen. Schummeln funktioniert übrigens nicht: "An jedem Geländepunkt befindet sich eine elektronische Markierungsvorrichtung, die der Sportler in jedem Fall passieren muss", erklärt der Orientierungslauf-Experte.

Seinen Ursprung hat der Orientierungslauf in Skandinavien, wo er als Volkssport betrieben wird. In Deutschland gibt es Gerhardt zufolge etwa 5000 aktive Orientierungsläufer, die in bundesweit 400 Vereinen organisiert sind. Anfänger merken rasch, dass die Kombination aus Dauerlauf und Orientieren kein Kinderspiel ist.

"Junge, dynamische Läufer rennen häufig wild drauf los und vernachlässigen Karte und Kompass", berichtet Gerhardt. Andere vergessen, die Karte nach Norden auszurichten: Sie steuern direkt nach dem Start die falsche Richtung an. Aber selbst erfahrene Orientierungssportler schätzen Distanzen oder die Beschaffenheit des Terrains manchmal falsch ein. Dann kann sich eine vermeintliche Abkürzung als holpriger Umweg entpuppen. "Es gibt keinen fehlerfreien Lauf", betont Gerhardt. So sei jeder Orientierungslauf eine neue Herausforderung. "Es ist immer ein tolles Gefühl, wenn man in unbekanntem Gelände einen Kontrollpunkt im ersten Anlauf erreicht", sagt Gerhardt.

Kontaktadressen der Landessportverbände gibt es beim Deutschen Turnerbund: www.dtb-online.de. Weitere Informationen unter www.orientierungslauf.de.

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