Ärzte Zeitung online, 16.10.2009

Konsolenspiele sind kein Sportersatz

MÜNSTER (dpa). Geringe Bewegung, kaum Belastung, kein Fitnesseffekt: Sport an der heimischen Spielkonsole ist einer Studie zufolge kein Ersatz für echtes Training. Ob Boxen, Tennis oder Laufen: "Virtueller Sport ist allenfalls Bewegung und kann echten auf keinen Fall ersetzen", fasste Studienleiter Professor Klaus Völker vom Institut für Sportmedizin der Universität Münster die Ergebnisse zusammen.

Die Probanden hatten die verschiedenen Sportarten jeweils eine Viertelstunde lang gespielt. Die Mediziner maßen unter anderem die Herzfrequenz der 40 Sportstudenten, die mit Controllern in der Hand virtuell Bälle wegschlugen oder miteinander boxten.

"Interaktive Videospiele können ihren Besitzern zu mehr Bewegung verhelfen, aber fehlende sportliche Bewegung nicht ausgleichen", erklärte Völker in einer Mitteilung vom Freitag. An der Konsole werde zudem nicht miteinander, sondern nebeneinander gespielt. "Besser das ganze Erlebnis 'Sport draußen‘ als die virtuelle Sparversion im Wohnzimmer."

Sprecher Thomas Bauer von der Medizinischen Fakultät gab ergänzend zu bedenken: "Wer vorher in der gleichen Zeit Fernsehen geschaut hätte, kann sicherlich einen positiven Effekt erzielen." Zudem könne Sport an der Konsole etwa in Seniorenheimen durchaus sinnvoll sein. "Viele können nicht mehr auf den Tennisplatz. Da kann die Spielkonsole ein guter Bewegungsersatz sein", sagte Bauer. Leidenschaftliche Sportler würden durch die Konsole ohnehin nicht zur "Couch-Kartoffel": "Wer jeden Morgen seine fünf Kilometer joggt, der wird sich sicher nicht dazu entschließen, nur noch vor dem Bildschirm zu laufen."

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