Ärzte Zeitung, 20.11.2009

Ein Blick - Ruptur der langen Bizepssehne

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Kugelartige Vorwölbung am Oberarm: Ruptur der langen Bizepssehne rechts.

Foto: Dr. H. S. Füßl, Klinikum München-Ost

Von Thomas Meißner

Die Ruptur der langen Bizepssehne erkennt man meist auf den ersten Blick. Das ist jedoch kein Grund, auf weitere klinische und bildgebende Untersuchungen zu verzichten.

Besonders jenseits des vierten Lebensjahrzehnts reißt die lange Bizepssehne vor allem wegen degenerativer Veränderungen. Diese werden isoliert, häufig jedoch in Kombination mit Rotatorenmanschettendefekten und Bursitiden beobachtet. Daher sei stets eine sonografische Untersuchung des Schultergelenks nötig, so Professor Hermann S. Füßl vom Isar-Amper-Klinikum in Haar (Orthopädie & Rheuma 10, 2009, 92). Des Weiteren sind teilweise Röntgenaufnahmen sowie die Magnetresonanztomografie erforderlich.

Traumata können sich bei vorhandenen Sehnendegenerationen fatal auswirken oder bei jungen Menschen alleinige Ursache des Bizepssehnenrisses sein. Typische Verletzungsmechanismen sind die Supination des Unterarms gegen einen plötzlichen Widerstand oder der Sturz auf den ausgestreckten Arm mit maximaler Einstauchung des Humeruskopfes unter das Schulterdach.

Füßl beschreibt den Fall eines 46-jährigen Mannes, der bei Übungen im Kraftraum plötzlich Schmerzen im rechten Oberarm hatte. Glaubte er zunächst an eine Muskelzerrung, fiel ihm dann die kugelartige Vorwölbung am Oberarm auf, besonders beim Beugen des Ellenbogens. Das Halten eines schweren Gegenstands führte zu Schmerzen im Oberarm.

Behandelt wird die Ruptur der proximalen Bizepssehne bei jungen Patienten chirurgisch, weil sich nach der Refixation der Sehne ein besserer Kraftzuwachs als bei konservativer Behandlung erreichen lässt. Bei älteren Patienten ist nach Angaben von Füßl auch die konservative Therapie eine Option, der nach distal verrutschte Muskelbauch werde von ihnen meist nicht als störend empfunden.

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