Ärzte Zeitung, 29.10.2007

Baden-Württemberger haben die größte Lebenserwartung

Statistiken weisen nach wie vor Ost-West-Unterschied auf

WIESBADEN (dpa). Die besten Aussichten auf ein langes Leben haben in Deutschland Neugeborene in Baden-Württemberg.

Die niedrigste Lebenserwartung errechnete das Statistische Bundesamt für Jungen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sowie für Mädchen im Saarland. Die Spanne im bundesweiten Vergleich beträgt bei den 2004 bis 2006 geborenen Säuglingen für Jungen 3,5 Jahre und für Mädchen 2,3 Jahre. Mitte der 90er Jahre war der Abstand noch größer. Im Bundesdurchschnitt werden Jungen - statistisch gesehen - 76,6 Jahre alt, Mädchen 82,1 Jahre.

In Baden-Württemberg liegt die durchschnittliche Lebenserwartung für Mädchen bei etwa 83 Jahren, die für Jungen bei mehr als 78 Jahren und damit über dem Bundesdurchschnitt. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt werden die Jungen nur 74,5 Jahre alt, haben die Statistiker berechnet. Bei Mädchen liegt die Lebenserwartung im Saarland mit 80,8 Jahren am stärksten unter dem bundesweiten Mittel.

Ursache für die Unterschiede ist nach Einschätzung von Jürgen Flöthmann von der Universität Bielefeld die "soziale Schichtung". Die soziale Schichtung, die mit dem Bildungsstand einhergehe, sei im ganzen Bundesgebiet entscheidend für die Lebenserwartung.

Dies gelte für das Gesundheitsbewusstsein wie für die Inanspruchnahme von Ärzten. Die Lebenserwartung ist in den ostdeutschen Ländern im Schnitt in den vergangenen zehn Jahren stärker gestiegen als im Westen. Sie liegt aber immer noch leicht unter dem bundesweiten Mittel.

Der Osten hat zuletzt etwas aufgeholt.

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