Ärzte Zeitung, 29.11.2007

Hausärzte lehnen den Job als Notengeber für Therapietreue ab

Geplante Regelung sorgt bei Niedergelassenen für Unmut

HAMBURG (di). Patienten sollen dem Arzt künftig mit einer Unterschrift therapiegerechtes Verhalten bestätigen. So sieht es die Gesundheitsreform vor - Hausärzte lehnen diese Regelung ab.

"Den Hausarzt sollte man da außen vor lassen. Das ist nicht unser Job", sagt etwa die Hausärzteverbandschefin aus Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Astrid Buch.

Wie sie befürchten auch Hausarzt Michael Bergeler aus Handewitt und der hausärztliche Internist Volker Lambert aus Hamburg eine Schädigung des Arzt-Patienten-Verhältnisses, wenn die Regelung umgesetzt wird. Unterstützung bekommen die Ärzte von der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP).

Deren Präsident Wolfram Candidus fordert ein gemeinsames Vorgehen von Ärzten und Patienten. Als Alternative schlagen Ärzte vor, dass Krankenkassen oder medizinischer Dienst die Unterschrift selbst vom Patienten abfordern.

Der Gemeinsame Bundesausschuss steht bei dieser umstrittenen Regelung in der Pflicht, eine Vorgabe des Wettbewerbsstärkungsgesetzes umzusetzen. Danach können die Zuzahlungen bei chronisch Kranken statt einem künftig bis zu zwei Prozent betragen, wenn sie sich nicht therapietreu verhalten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Impfpflicht löst Masernproblem nicht

Eine Impfpflicht bei Masern würde ungeimpfte Erwachsene als Verursacher nicht erreichen und Skeptiker vor den Kopf stoßen. Ausbrüche sind nur mit mehr Engagement zu verhindern, so RKI-Präsident Prof. Lothar Wieler. mehr »