Ärzte Zeitung, 03.12.2007

KOMMENTAR

Gewohnheitssache Praxisgebühr

Von Helmut Laschet

Knapp vier Jahre nach der Einführung der Praxisgebühr ist das Eintrittsgeld beim Arzt für Patienten keine Aufregung mehr wert. Die Fallzahlen haben sich wieder denen des Jahres 2003 angenähert. Ist die Wirkung dieser neuen Form der Selbstbeteiligung also verpufft, weil sich die Patienten dran gewöhnt haben?

Das wäre ein voreiliger Schluss. Was auf jeden Fall bleibt, ist die Entlastungswirkung der Krankenkassen im Milliardenbereich, auch wenn inzwischen mehr Patienten von der Zahlung der Gebühr befreit sind.

Außerdem: Die Praxisgebühr hat insofern nach wie vor steuernde Wirkung, als sie dem Doktor-Hopping vorbeugt. Ablesen lässt sich dies daran, dass die Fallzahlen bei Hausärzten am wenigsten zurückgingen und sich dort auch am schnellsten wieder normalisiert haben. Bei manchen Fachgruppen ist hingegen die Zahl der Patienten weiterhin im Minus.

Dass die Praxisgebühr Patienten, die an einem Hausarzt-Modell oder an einem DMP teilnehmen, teilweise erlassen wird, spricht nicht unbedingt gegen diese Form der Selbstbeteiligung. Ziel ist es, dass möglichst ein Arzt, und meistens der Hausarzt, eine koordinierende Aufgabe wahrnimmt. Dass Patienten wählen können, ist nicht grundsätzlich schlecht.

Lesen Sie dazu auch:
Fallzahlen steigen - ist die Bremswirkung der Praxisgebühr zu Ende?
Die Praxisgebühr ist Normalität geworden

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