Ärzte Zeitung, 23.01.2008

Vertauschte Babys leben bei ihren richtigen Eltern

POTSDAM (dpa). Die im vergangenen Jahr in einer saarländischen Klinik vertauschten Babys sind einer Expertin zufolge noch zu einem günstigen Zeitpunkt ihren leiblichen Eltern übergeben worden.

"Erst ab einem halben Jahr drohen seelische Folgeschäden", sagte die Potsdamer Psychologin Hellgard Rauh. Mit ihren rund sechs Monaten werde es den Mädchen - nach Erfahrungen in ähnlichen Fällen - noch recht leicht fallen, sich in ihren "neuen" Familien einzugewöhnen. Die Kinder sind seit wenigen Tagen wieder bei ihren richtigen Eltern.

Im Fall der in der St. Elisabeth Klinik in Saarlouis vertauschten Mädchen sei es wahrscheinlich für die Eltern schwieriger als für die Kinder, mit der neuen Situation klarzukommen. Wichtig sei, den Übergang nicht allzu abrupt vonstattengehen zu lassen. Es sei normal, dass es eine Weile dauern könne, bis die Eltern eine Beziehung zu ihrem "neuen" Kind aufbauten.

Im Dezember war bekanntgeworden, dass in Saarlouis zwei Neugeborene vertauscht worden waren. Entdeckt worden war der Vorfall, als bei einem der Babys mit einem Gentest die Vaterschaft geklärt werden sollte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »