Ärzte Zeitung, 17.07.2008

Koalitionsvertrag gibt den Weg für neuen RSA vor

BERLIN. Die Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs ist SPD und Union so wichtig gewesen, dass er eigene Erwähnung im Koalitionsvertrag vom 11. November 2005 gefunden hat.

Dort heißt es: "Zwingende Voraussetzung einer stärker wettbewerblichen Orientierung der Krankenversicherung ist die Vereinfachung und Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs, so dass die Zielgenauigkeit erhöht und die Morbiditätsrisiken besser abgebildet werden."

In den Eckpunkten zum GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (WSG) hieß es dann, dass die "je nach Kasse unterschiedlichen Risiken der Versicherten wie beispielsweise Alter, Krankheit, Geschlecht (...) durch risikoadjustierte Zuweisungen aus dem Fonds ausgeglichen werden".

Diese politischen Eckpunkte wurden in der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV) konkretisiert. Danach hat das Bundesversicherungsamt die im neuen RSA zu berücksichtigenden Morbiditätsgruppen, das Berechnungsverfahren für die Zuordnung von Versicherten zu diesen Gruppen und das Verfahren zur Ermittlung der Risikozuschläge festzulegen. Bei diesen Festlegungen hat das zuständige Bundesversicherungsamt (BVA) in Bonn aber einen Beurteilungsspielraum.

  • Vorgegeben durch das Wettbewerbsstärkungsgesetz ist vor allem, dass das gesuchte Klassifikationsmodell "die Morbidität der Versicherten auf der Grundlage von Diagnosen, Diagnosegruppen, Indikationen, Indikationengruppen, medizinischen Leistungen oder Kombinationen dieser Merkmale" berücksichtigen soll.
  • Weitere politische Vorgabe ist, dass sich die Erfassung der Morbidität auf 50 bis 80 kostenintensive, chronische oder schwerwiegende Erkrankungen beschränken soll, also nicht das gesamte Morbiditätsspektrum berücksichtigt werden soll. (fst)
Topics
Schlagworte
Politik & Gesellschaft (76795)
Organisationen
BVA (461)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Das erhöht die Organspendebereitschaft

Beauftragte an Kliniken für Transplantationen sollen von allen anderen Aufgaben entbunden werden – das verlangt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Neue Zahlen aus Bayern geben ihr Argumentationshilfe. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »