Ärzte Zeitung, 09.10.2008

Mamma-Screening in Berlin läuft nur schleppend an

Bisher nahm erst jede zweite Berlinerin zwischen 50 und 69 Jahren teil / Ziel ist eine Quote von 70 Prozent

BERLIN (ami). Die Teilnahmequote am Mamma-Screening in Berlin bleibt bisher hinter den Erwartungen der Berliner Arbeitsgemeinschaft Mammografie-Screening (AMS) zurück.

"Zwar nutzt bereits jede zweite Berlinerin im Alter zwischen 50 und 69 Jahren die Chance zur Früherkennung. Doch reicht diese Teilnahmequote angesichts der Häufigkeit der Erkrankung noch nicht aus", sagte der AMS-Vorsitzende Axel Wald. Eine Beteiligung von mindestens 70 Prozent sei das Ziel. Das will die Arbeitsgemeinschaft nun mit einer Informationskampagne unter dem Motto "Ich bin dabei" erreichen. Flyer und Plakate sollen unter anderem in Arztpraxen ausliegen.

KV-Chefin Dr. Angelika Prehn und die Leiterin des Referenzzentrums Mammografie Berlin Dr. Lisa Regitz-Jedermann appellierten an niedergelassene Ärzte, ihre Patientinnen verstärkt über das Screening zu informieren. Regitz-Jedermann: "Viele Frauen wissen noch nicht, dass Brustkrebs früh erkannt, fast immer heilbar ist."

Die AMS rechnet damit, dass bis Frühjahr 2009 alle rund 435 000 anspruchsberechtigten Frauen in Berlin eingeladen sind. Mehr als 272 000 haben seit Programmstart vor zwei Jahren bereits eine Einladung erhalten, rund die Hälfte nutzte die Vorsorgeuntersuchung. Die Brustkrebsentdeckungsrate der Berliner Screening-Zentren liegt den Angaben zufolge über den Vorgaben der Europäischen Leitlinien.

Bei 9,2 von 1000 untersuchten Frauen wurde ein Karzinom festgestellt. Davon waren 31 Prozent sehr kleine Karzinome. Die Leitlinien sehen hier einen Anteil von mindestens 20 Prozent vor. Auch die Vorgabe, dass bei mindestens 70 Prozent der betroffenen Frauen die Lymphknoten nicht befallen sein sollen, wurde mit 76 Prozent übertroffen.

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