Ärzte Zeitung online, 17.10.2008

Bundestag: Mehr Schutz vor Pestizid-Belastung bei Lebensmitteln

BERLIN (dpa). Verbraucher müssen nach Einschätzung des Bundestages noch stärker vor Pflanzenschutz-Rückständen bei Lebensmitteln geschützt werden. Vor allem bei Obst und Gemüse würden regelmäßig Pestizid-Reste über den Grenzwerten festgestellt.

In einem Antrag der Fraktionen von CDU/CSU und SPD, den das Parlament am Donnerstag billigte, wird die Bundesregierung aufgefordert, die Kontrollen zu verbessern und sich für eine einheitliche Überwachung auf EU-Ebene einzusetzen.

In Deutschland hergestelltes Obst und Gemüse sei sehr sicher und von hoher Qualität, heißt es in dem Antrag. Dennoch wiesen Lebensmittel in Europa zunehmend Rückstände von gleich mehreren Pestiziden auf. Immer wieder tauchten Reste von in Deutschland und auch Europa nicht zugelassenen Pflanzenschutzmitteln auf.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hatte am Montag berichtet, dass 2007 besonders bei Tomaten, Kopfsalat, Erdbeeren und Äpfeln viele und teils auch hohe Rückstände gefunden worden seien. Bei einigen Proben waren die Belastungen so hoch, dass "bei einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind" (wir berichteten).

Bei der Entscheidung im Parlament enthielten sich die Fraktionen der FDP und Grünen, die anderen Fraktionen stimmten dafür. Die FDP- Fraktion hatte bei den Ausschussberatungen betont, die Lebensmittelsicherheit in Deutschland sei nachweislich sehr hoch. Deshalb dürfe man die Verbraucher nicht durch falsche Botschaften verunsichern. Den Grünen gingen die Forderungen in dem Antrag nicht weit genug.

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