Ärzte Zeitung online, 30.10.2008

Immer mehr medizinische Versorgungszentren

Berlin (dpa) Die Zahl der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) mit mehreren Ärzten unter einem Dach hat sich seit dem vergangenen Jahr auf 1088 verdoppelt. Das teilte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Donnerstag auf Anfrage der dpa in Berlin mit.

Von insgesamt rund 120 000 Kassenärzten arbeiten 4800 Ärzte in den MVZ, davon sind drei Viertel angestellt. Im Durchschnitt hat ein Zentrum vier Ärzte. Hausärzte und Internisten sind die am häufigsten vertretenen Mediziner. 57 Prozent der MVZ sind in Städten, 36 Prozent auf dem Land angesiedelt. Spitzenreiter sind Bayern und Berlin.

KBV-Chef Andreas Köhler sagte: "Ich begrüße es sehr, dass sich rund 56 Prozent der MVZ in der Trägerschaft von niedergelassenen Ärzten befinden." Kritiker haben mehrfach vor Kommerzialisierung der Versorgung bei MVZ-Gründungen durch Konzerne gewarnt. 37 Prozent sind in Trägerschaft von Krankenhäusern.

Die Versorgungszentren entstanden seit 2004 nach Vorbild der DDR- Polikliniken, die nach der Wende freilich fast alle geschlossen wurden. Die Patienten sollen durch diese zentralen Einrichtungen schneller zum Facharzt gelangen. Geld soll gespart, Klinikeinweisungen sollen vermieden werden. Allerdings müssen Patienten teils etwas längere Wege in Kauf nehmen als zur Einzelpraxis um die Ecke.

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