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Ärzte Zeitung online, 06.11.2008

Rheinland-pfälzische Polizisten werden zum Thema Demenz geschult

MAINZ (dpa). In einer bundesweit einmaligen Initiative sollen rheinland-pfälzische Polizisten künftig besser auf den Umgang mit Demenzkranken vorbereitet werden. Dabei werden unter anderem Beamte im Streifendienst mit speziellen Seminaren geschult

"Im Einsatz treffen Beamte immer wieder auf Menschen, die an Demenz leiden, etwa wenn ein Vermisster im Wald entdeckt wird oder verwirrt auf einem Marktplatz steht", sagte Friedel Durben vom Referat Aus- und Fortbildung des Innenministeriums zur dpa in Mainz.

Das Innenministerium hat gemeinsam mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung die Initiative "Einsatz mit an Demenz erkrankten Menschen" gestartet, die am Mittwoch in Mainz vorgestellt wurde. Neben Fortbildungskursen und einem Info-Heft werde das Thema künftig auch bei der Polizeiausbildung einen festen Platz haben, sagte Durben. In Deutschland leben derzeit nach Angaben der Bundesregierung etwa 1,1 Millionen Demenzkranke. Die Zahl nimmt stetig zu.

"Stehen Polizisten einem demenzkranken Menschen gegenüber, ist es oft schwer, mit diesem in Kontakt zu kommen", sagte er. Dabei sei es zunächst wichtig, das Leiden zu erkennen und etwa von einer psychischen Erkrankung unterscheiden zu können.

"Wichtig ist es unter anderem, sich bei solchen Einsätzen Zeit zu nehmen und ruhig mit den Betroffenen zu sprechen." Allerdings sei "Babysprache" fehl am Platz, auf Diskussionen sollten die Beamten sich nicht einlassen. Sie müssten darauf gefasst sein, dass Demenzkranke plötzlich aggressiv werden können und schnell Angst bekommen. Deren Wahrnehmung sei meist erheblich gestört, das betreffe alle Sinne. "Ein Kranker kann unter Umständen einen Polizisten nicht an dessen Uniform erkennen", erklärte Durben.

In den neuen Kursen gehe es auch um den Umgang mit Angehörigen. Bei einem Gespräch könnten die Beamten den Familien gute Tipps geben. "Beispielsweise ist es wichtig, Demenzkranken ein Schildchen mit Name und Anschrift in die Kleidung zu nähen und ihnen bei Spaziergängen immer ein Handy mitzugeben."

www.demenz-rlp.de

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