Ärzte Zeitung online, 06.11.2008

Auszeichnungen für Arbeiten zu Medizin im Nationalsozialismus

BERLIN (dpa). Für ihre Arbeiten zur Rolle der Medizin während des Nationalsozialismus sind am Mittwoch sieben Wissenschaftler mit Forschungspreisen ausgezeichnet worden. Die Preise wurden am Donnerstagabend auf der Gedenkveranstaltung für die vertriebenen und ermordeten jüdischen Ärzte Berlins im Centrum Judaicum verliehen, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte.

Der mit insgesamt 10 000 Euro dotierte Forschungspreis wird alle zwei Jahre gemeinsam vom Bundesministerium für Gesundheit, der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ausgeschrieben.

"Die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte von Medizin und Ärzteschaft in der Nazizeit ist weiterhin dringend notwendig", erklärte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) anlässlich der Verleihung laut einer Mitteilung.

Die Hauptpreise gehen an drei Arbeiten: Die 32-jährige Medizinerin Dr. Barbara Huber wurde für ihre Dissertation zur Biografie des SS-Zahnarztes Willy Frank geehrt. Der Mediziner und Theologe Dr. Gerrit Hohendorf von der TU München beschäftigte sich im Rahmen einer Gemeinschaftsarbeit zusammen mit Petra Fuchs, Maike Rotzoll, Ulrich Müller und Paul Richter mit der Lebensgeschichte von Euthanasieopfern. Die Arbeit der Berliner Historikerin Dr. Annette Hinz-Wessels setzte sich mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) in der NS-Zeit auseinander. Dabei kam heraus, dass das RKI stärker als bislang angenommen von der NS-Ideologie durchdrungen war (wir berichteten).

www.kbv.de

www.rki.de

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