Ärzte Zeitung online, 27.02.2009

Bio-Branche fordert Nein zu Genmais

BERLIN (dpa). Die Bio-Branche hat von der Bundesregierung beim Thema Genmais-Anbau ein klares Nein in Brüssel gefordert. "Deutschland ist bei den bevorstehenden Abstimmungen im EU-Umweltministerrat das Zünglein an der Waage", erklärte der Erzeugerverband Bioland in einer Mitteilung am Freitag.

Auch der Dachverband Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in Berlin bezeichnete die Haltung Deutschlands als entscheidend. Die EU-Umweltminister beschäftigen sich am Montag (2. März) mit Anbauverboten von Genmais in Ungarn und Österreich.

In Deutschland will Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) bis Ende April über ein Anbauverbot von Genmais der Sorte MON810 entscheiden. Sie prüft, ob der Hersteller Monsanto gegen Auflagen verstoßen hat. MON810 ist der einzige in Europa kommerziell zugelassene Genmais. Unterstützt wird Aigner dabei von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) dagegen pocht auf den Koalitionsvertrag. Danach sollen Forschung und Anwendung von Gentechnik befördert werden.

Die Forschungsministerin wäre dafür verantwortlich, wenn sich Deutschland bei der Abstimmung in Brüssel enthielte und in der Folge die Rechte der Mitgliedstaaten auf Selbstbestimmung beim Gentechnik-Anbau wegfielen, kritisierte der BÖLW-Vorsitzende Felix Prinz zu Löwenstein.

Lesen Sie dazu auch:
Unterschriften gegen Gen-Kartoffeln
Union streitet über Genmais-Verbot
Weniger Genmais in Deutschland angemeldet
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Forscher sehen Risiken bei Genmais-Sorte

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