Ärzte Zeitung online, 02.03.2009

Berlin-Pankow stellt Hygienesünder öffentlich an den Pranger

BERLIN (dpa). Wirte im Berliner In-Viertel Prenzlauer Berg müssen fürchten, dass ihre Küche auf einer "Schmähliste" im Internet landet. In einem bundesweit bisher einmaligen Projekt stellt der Berliner Bezirk Pankow seit Montag diejenigen von seinen 7000 Lebensmittelbetrieben öffentlich an den Pranger, die bei Kontrollen durchgefallen sind.

Im Internet wird ab sofort eine "Negativliste" mit Kneipen, Imbissen, Obst- und Gemüsehändlern verbreitet, die gegen Hygienebestimmungen verstoßen, sagte Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne). Derzeit stehen auf dieser Liste 39 Betriebe, die bei Kontrollen durchgefallen waren. Grundlage der "schwarzen Liste" ist das im Mai 2008 in Kraft getretene Verbraucherinformationsgesetz.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Berlin (Dehoga) kritisierte die Vorgehensweise. Der Bezirk benachteilige einige Betriebe, da er es nicht schaffe, flächendeckende Kontrollen vorzunehmen, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführer Thomas Lengfelder der Deutschen Presse-Agentur. Er kündigte rechtliche Schritte an, sollte ein Dehoga-Mitglied auf der Negativliste erscheinen. Bisher ist dies nicht der Fall.

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