Ärzte Zeitung online, 13.03.2009

Aigner sieht keine Mehrheit für Genmais-Verbot

BERLIN/MÜNCHEN (dpa). Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sieht keine Chance für ein einseitiges deutsches Genmais-Verbot. "Eine Mehrheit für ein generelles Verbot in Deutschland ist aus derzeitiger Sicht nicht zu erreichen", sagte Aigner der CSU-Wochenzeitung "Bayernkurier".

Deshalb setze sie sich dafür ein, dass künftig Länder und Landkreise über den Anbau "grüner Gentechnik" entscheiden könnten, nicht die EU-Kommission. Die Agrarministerin kündigte noch für März einen Bericht zu der Frage an, ob der Saatgut- Konzern Monsanto die Auflagen für den Genmais-Anbau der Sorte MON 810 einhält. "Wenn nicht, gibt es für mich keine Alternative zum Verbot."

Die CSU-Politikerin stellte sich erneut hinter Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD), der es auf EU-Ebene abgelehnt hatte, Österreich und Ungarn das Anbauverbot für den genveränderten Mais MON 810 zu untersagen. "Innerhalb des Bundeskabinetts gibt es hierzu jedoch unterschiedliche Sichtweisen", sagte sie. Damit stellte sich Aigner gegen Forschungsministerin Annette Schavan (CDU).

Lesen Sie dazu auch:
Genmais bleibt Ausnahme in der EU
Bio-Branche fordert Nein zu Genmais
Unterschriften gegen Gen-Kartoffeln
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Weniger Genmais in Deutschland angemeldet
Genmais-Verbot in Frankreich wackelt
Kennzeichnung für Gentechnik in Lebensmitteln

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