Ärzte Zeitung online, 02.04.2009
 

Bundesweit erstes zentrales Waffenregister in Hamburg

HAMBURG (dpa). Mit dem bundesweit ersten zentralen Waffenregister will der Stadtstaat Hamburg alle Besitzer legaler Waffen schärfer kontrollieren. "Unsere Sicherheitsbehörden können bei ihren Einsätzen jederzeit auf Knopfdruck die umfassenden Daten abrufen", sagte Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) am Mittwoch.

Er forderte ein zentrales Waffenregister für ganz Deutschland nach dem Vorbild Hamburgs. Derzeit gebe es bundesweit mehr als 500 zuständige Behörden, die nicht miteinander vernetzt sind, kritisierte Ahlhaus. "Die Daten müssen mühsam einzeln ermittelt werden."

Ahlhaus betonte, die Hamburger Waffennachweisdatei (WANDA) werde bereits seit 2003 entwickelt und sei daher nicht als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden entstanden. Am 11. März hatte der 17-jährige Tim K. in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen getötet (wie berichtet). Die von dem Täter benutzte Waffe hatte dessen Vater unverschlossen aufbewahrt.

In der Hansestadt waren die jetzt zentralisierten Daten zuvor auf 19 Ämter und Behörden verteilt. In WANDA ist erfasst, wer welche und wie viele Waffen besitzt. Außerdem sind unter anderem alle Menschen registriert, die keine Waffen besitzen dürfen. Die Datei sei nicht nur ein Waffenregister, sondern liefere der Polizei "bei Einsätzen und Ermittlungsaufgaben wertvolle Informationen", sagte der Senator. Die Inhaber einer Waffenerlaubnis würden mit dem System zudem regelmäßig automatisch überprüft.

Bund und Länder hatten als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden die Einführung eines zentralen elektronischen Waffenregisters in Aussicht gestellt. Bei einem Treffen der Innenstaatssekretäre am Dienstag in Berlin hatte im Grundsatz Einigkeit über Änderungsbedarf im Waffenrecht bestanden. Eine Arbeitsgruppe soll bis zur Innenministerkonferenz Anfang Juni einen Maßnahmenkatalog erarbeiten.

Lesen Sie dazu auch:
Deutschland-Trend: Bürger wollen mehr Kontrolle bei Waffenbesitz

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