Ärzte Zeitung online, 09.04.2009

"Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" gegründet

WINNENDEN (dpa). Mehrere Eltern von Opfern des Amoklaufs in Winnenden haben ein Aktionsbündnis gegründet, um ihren Forderungen nach einem schärferen Waffenrecht Nachdruck zu verleihen. "Wir wollen vor allem Eltern dazu bringen, sich wieder mehr um ihre Kinder zu kümmern", sagte Hardy Schober gegenüber "stern.de". Seine 16-jährige Tochter war von dem Amokläufer Tim K. erschossen worden.

"Ich hoffe, dass wir Bundespräsident Horst Köhler für unsere Sache gewinnen können", sagte Schober zu "stern.de". Er und die anderen Eltern der erschossenen Schüler kämpfen dafür, dass die Altersgrenze für großkalibrige Waffen auf 21 Jahre heraufgesetzt wird.

Das Aktionsbündnis organisiert Benefizfußballspiele mit dem Bundesligisten VfB Stuttgart, plant Unterschriftenaktionen und sucht den Kontakt zur Politik. Nun ist es auch mit einer eigenen Homepage ins Netz gegangen. Man spüre aber auch Gegenwind und merke, "wie stark die Lobbys der Schützenvereine und der Waffenbranche sind", sagte Schober.

Vorbild für das "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden" ist eine britische Gruppe, die sich 1996 nach einem Amoklauf in Schottland gegründet hatte. Kurz darauf konnte in Großbritannien eine Verschärfung des Waffenrechts durchgesetzt werden. Schober: "Das wünschen wir uns auch für Deutschland."

www.aktionsbuendnis-amoklaufwinnenden.de

Lesen Sie dazu auch:
Grüne für Verbot scharfer Waffen im Schießsport

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