Ärzte Zeitung, 09.06.2009

Schavan startet nationale Krebsinitiative

Nationales Konsortium soll für einen schnelleren Wissenstransfer in die Versorgungspraxis sorgen

BERLIN (hom). Die Bundesregierung forciert den Kampf gegen Krebs. Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan (CDU) stellte am Dienstag in Berlin eine nationale Krebsinitiative vor (wie berichtet). Ziel der Initiative sei es, dass "lebensrettende oder lebensverlängernde und die Lebensqualität verbessernde Forschungsergebnisse den Menschen schneller zugänglich gemacht werden."

Partner der Initiative sind das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Deutsche Krebshilfe. Schavan teilte mit, das "Nationale Konsortium für Translationale Krebsforschung" werde am DKFZ in Heidelberg eingerichtet und als "Kernzentrum" mit bis zu sechs Partnern an Universitätskliniken vernetzt.

Aufgabe sei die Umsetzung der Grundlagenforschung in die Praxis. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf jährlich 40 Millionen Euro. "Wir wollen Deutschlands Spitzenposition in der Krebsforschung weiter ausbauen", sagte Schavan. Mit über 436 000 Neuerkrankungen und 210 000 Todesfällen pro Jahr sei Krebs eine "der gefürchtetsten Volkskrankheiten".

DKFZ-Direktor Professor Otmar D. Wiestler sagte, die deutsche Krebsforschung habe in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Erkenntnisse erzielt. Nun gehe es vordringlich darum, dieses Wissen möglichst rasch in die klinische Versorgung krebskranker Patienten zu überführen.

In zwei Wochen, am 23. Juni, will Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit der Deutschen Krebsgesellschaft und weiteren Akteuren des Gesundheitswesens in Berlin den "Nationalen Krebsplan" vorstellen. Darin werden Früherkennung, Qualitätssicherung und Patientenorientierung als zentrale Handlungsfelder im Kampf gegen den Krebs formuliert.

Lesen Sie dazu auch:
Experten loben und tadeln nationale Krebsversorgung

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Warum bei Dicken das Hirn hungert

Das Gehirn von schlanken und fettleibigen Personen reagiert unterschiedlich auf Energiezufuhr, so eine Studie. Und: Es gibt dabei eine Parallele zwischen Übergewicht und Depression. mehr »

Ärzte kritisieren AfD-Anfrage im Bundestag

Ärzte beschuldigen die Fraktion "Alternative für Deutschland" (AfD), mit zwei gesundheitsbezogenen parlamentarischen Anfragen gezielt Stimmung gegen Migranten zu machen. mehr »

"Je härter der Knoten, desto höher die Krebs-Wahrscheinlichkeit"

Schilddrüsenknoten werden immer häufiger diagnostiziert. Warum das so ist, welche Untersuchungen zur Abklärung nötig sind und welche Methode immer bedeutender wird, erläutert der Endokrinologe Prof. Matthias Schott. mehr »