Ärzte Zeitung online, 12.06.2009

Bundesrat billigt Neuregelung von Spätabtreibung

BERLIN(dpa). Auch der Bundesrat hat am Freitag die Neuregelung der Spätabtreibungen mit erweiterten Beratungsauflagen für Ärzte gebilligt. Der im Bundestag Mitte Mai nach jahrelangem Streit fraktionsübergreifend erzielte Kompromiss kann damit Gesetz werden. Danach müssen Ärzte auch bei Abtreibungen ab der 13. Woche eine Beratung anbieten, die die Schwangere allerdings ablehnen kann.

Zugleich muss zwischen Diagnose und der ärztlichen Abbrucherlaubnis eine dreitägige Bedenkfrist liegen. Kommt der Arzt den Auflagen nicht nach, droht ihm ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro.

Bisher war ein solches Beratungsangebot für "medizinisch-soziale Indikationen" ab der 13. Woche nicht vorgeschrieben. Dabei handelt es sich meist um Fälle, bei denen die Geburt eines schwerbehinderten oder später nicht lebensfähigen Kindes vom Arzt diagnostiziert wurde. Voraussetzung für den Abbruch ist, dass durch die Fortsetzung der Schwangerschaft die körperliche oder seelische Gesundheit der Frau stark gefährdet ist.

Die Regelungen für Schwangerschaftsabbrüche bis zur 12. Woche gelten dagegen unverändert weiter. Abbrüche bleiben nach der 1995 verabschiedeten Gesetzesnovelle dann straffrei, wenn die Frau mindestens drei Tage vor dem Abbruch an einem Beratungsgespräch teilgenommen hat.

Lesen Sie dazu auch:
Ärzte vor Spätabtreibung zu Beratung verpflichtet
Abtreibungsrecht: Scharfe Kritik - aber auch Lob

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchesters bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »