Ärzte Zeitung, 08.07.2009

Sachsen sammelt Ideen für ein Leben in der alternden Gesellschaft

Gesundheitsministerium will bis 2012 durchgängiges System der Qualifizierung von Pflegekräften / Altersdurchschnitt in Sachsen am höchsten

DRESDEN (tra). Mit einem Ideenwettbewerb will Sachsen die Perspektiven von Beschäftigten in der Gesundheitswirtschaft verbessern.

"Wir wollen Ihre Ideen, wie der demografische Wandel im Bereich der Gesundheitswirtschaft gestaltet werden kann", sagte Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) bei der Sächsischen Gesundheitsziele-Konferenz in Dresden. Die Mittel für die Projekte kommen aus dem Europäischen Sozialfonds.

Gefördert werden Projekte für Frauen im Dienstleistungssektor, darunter auch im Tourismus, zur Netzbildung und der Anpassungsqualifizierung Älterer. Auch bei Vorhaben für Fachkräfte aus Mittel- und Osteuropa und berufsbegleitende Qualifizierungen kann Geld fließen.

Geld kommt vom Europäischen Sozialfonds.

Teilnehmen dürfen Unternehmen der stationären und ambulanten medizinischen Versorgung, der stationären und ambulanten Pflege, der Arzneimittelversorgung und der Prävention. Antragsstelle ist die Sächsische Aufbaubank-Förderbank. Das Land treibt außerdem die Umsetzung des Gesundheitszieles "Aktives Altern - in Gesundheit, Autonomie und Mitverantwortung" voran. Der Steuerungskreis unter Leitung von Sachsens Ärztekammerpräsident Professor Jan Schulze hat ein detailliertes Konzept dafür vorgelegt.

Die Arbeitsgruppe hat 24 konkrete Teilziele formuliert. So soll bis zum Jahr 2012 ein durchgängiges System der Qualifizierung von Pflegekräften vom Pflegehelfer bis zum Bachelor etabliert werden. Die Ausbildung für Pflegekräfte erfährt dabei durch ein integriertes Fachabitur Aufwertung. Für einen Bachelor-Studiengang Pflege ist die Evangelische Fachhochschule Dresden im Gespräch.

Für Patienten mit Osteoporose und für sturzgefährdete Patienten sollen Präventions- und Therapienetze entstehen. Die Suche nach Risikopatienten für Stürze - und damit Frakturen - mit Hilfe spezieller Fragebögen, die in Arztpraxen, Apotheken und im Internet verfügbar sein werden, soll den Anfang einer Versorgungskette bis hin zu Knochenzentren bilden.

Mit dem Konzept will sich das Land mit dem höchsten Altersdurchschnitt den Herausforderungen durch den demografischen Wandel stellen und hat die Aufgabe als erstes Land formuliert.

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