Ärzte Zeitung, 19.06.2009

Wasem sieht Politik bei Priorisierung in der Pflicht

BERLIN(ami). Die Politik kommt um eine Debatte um Leistungseingrenzungen in der GKV nicht herum. Sie kann sie nicht den Ärzten überlassen. Das fordert der Gesundheitsökonom Professor Jürgen Wasem. "Letztlich können wir die Wertentscheidung nicht auf die Selbstverwaltung verlagern und sollten sie erst recht nicht auf einzelne Ärzte und Krankenhäuser verlagern. Es ist eine genuin gesellschaftspolitische Entscheidung", so Wasem beim Kongress des Bundesverbands Deutscher Privatkliniken (BDPK).

Die Debatte sei durch das Stichwort Priorisierung "vergiftet", gleichwohl im Kern aber notwendig. Sie werde angesichts der demografischen Entwicklung und des medizinischen Fortschritts immer wichtiger. Das universelle Leistungsversprechen hält Wasem für einen Mythos: "Den umfassenden Leistungskatalog hat es noch nie gegeben. Wir sind schon lange nicht mehr in einer Situation, wo es alles gibt, was nützlich ist."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »