Ärzte Zeitung online, 23.06.2009

Aktionsplan Krebs: Schmidt will Therapie in Expertenhand

BERLIN (ble). Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hat eine grundlegende Neuausrichtung der Krebstherapie gefordert. Künftig sollten nur noch Mediziner mit entsprechender Qualifikation Diagnosen und Therapien vornehmen dürfen, sagte sie auf der ersten Nationalen Krebskonferenz zum Aktionsplan der Bundesregierung gegen Krebs.

Aktionsplan Krebs: Schmidt will Therapie in Expertenhand

Geht es nach Ulla Schmidt, werden Diagnosen und Therapien bei Krebs in Zukunft nur noch von bestimmten Ärzten gemacht werden dürfen.

Foto: dpa

Schmidt forderte zudem den Einstieg in eine konsequente Kosten-Nutzen-Bewertung von innovativen Medikamenten. Nur so könne auf Dauer sichergestellt werden, dass alle Bürger am medizinischen Fortschritt teilhaben könnten. Anderenfalls werde der Zugang zu Innovationen in drei, vier oder fünf Jahren versperrt sein. "So viel Geld können wir gar nicht drucken, wie da ausgegeben werden kann", sagte Schmidt am Dienstag in Berlin.

Sie erwarte heftige Debatten um die notwendigen Schritte hin zu der von ihr geforderten Neuausrichtung, sagte die SPD-Politikerin. Diese Diskussion sei aber notwendig, um die Versicherten zu gewinnen und ihnen zu vermitteln, dass es nicht um eine Vorenthaltung von Leistungen, sondern um einen sinnvollen Einsatz von Geldern gehe.

Leitidee des Aktionsplans der Bundesregierung sei es, Qualität zu sichern und zu steigern, Kapazitäten zu bündeln und medizinische Angebote in Diagnose und Therapie so zielgenau wie möglich einzusetzen und zur Verfügung zu stellen, so Schmidt. In diesem Zusammenhang forderte Schmidt eine kritische Bestandsaufnahme der in Deutschland angebotenen Früherkennungsangebote. Erfreut zeigte sich die Ministerin über die kürzlich beschlossene Einführung eines nationalen Krebsregisters.

Über 400 000 Menschen erkranken jährlich bundesweit an Krebs, über 200 000 Erkrankte sterben. Um Diagnostik und Therapie voranzubringen, hatten Ministerium, Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren im vergangenen Jahr den Startschuss für den Aktionsplan gegeben.

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