Ärzte Zeitung online, 23.06.2009

Nächste Jahr Katastrophenschutz-Test mit schmutziger Bombe?

BERLIN(dpa). Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) will im kommenden Jahr die Explosion einer sogenannten schmutzigen Bombe simulieren. Mit der Übung solle die Koordinierung zwischen Bund und Ländern im Katastrophenfall verbessert werden, sagte BBK-Präsident Christoph Unger bei der Vorstellung der Jahresberichte seines Amtes und des Technischen Hilfswerks (THW) am Dienstag in Berlin.

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, die Explosion mit "verschmutztem Material" sei "vielleicht nicht das allerwahrscheinlichste Szenario, aber das, was uns am meisten Sorgen macht". In sogenannten schmutzigen Bomben wird Nuklearmaterial mit herkömmlichem Sprengstoff kombiniert. Der Test sei Teil der länderübergreifenden Übungsserie "Lükex". Bereits 2007 hatten Behörden von Bund und Ländern den Ausbruch einer Supergrippe mit 27 Millionen Erkrankten und mehr als 100 000 Toten geprobt.

Schäuble lobte die insgesamt 1,8 Millionen ehrenamtlichen Helfer bei Hilfswerken und im Katastrophenschutz. Er bezeichnete sie als "Schatz für unser Land". Deutschland sei im Katastrophenschutz "gut aufgestellt" und ein Vorbild für andere Länder, sagte Schäuble. "Die meisten in Europa und darüber hinaus beneiden uns (...) um unser nationales Notfallvorsorgesystem." Die Helfer des THW kamen etwa beim Einsturz des Kölner Stadtarchivs im März und bei der Beseitigung von Schäden des Orkans "Emma" im Frühjahr 2008 zum Einsatz, sagte THW-Chef Albrecht Broemme.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »