Ärzte Zeitung online, 21.07.2009

Gesetz zu Heroin-Ersatzbehandlung tritt in Kraft

BERLIN (dpa). Das Gesetz zur Behandlung Schwerstabhängiger mit künstlichem Heroin tritt an diesem Dienstag - dem nationalen Gedenktag für Drogentote - in Kraft. Das teilte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), am Montag in Berlin mit.

Das Gesetz sei "ein weiterer wichtiger Baustein zur Verringerung der Sterblichkeitsrate bei Schwerstdrogenabhängigen". Auch 2008 sei die Zahl der Drogentoten erneut gestiegen, auf 1449 Menschen. "Diese Todesfälle bestärken uns darin, das wir unsere Bemühungen fortsetzen müssen, möglichst viele Menschenleben zu retten. Denn jeder Drogentote ist einer zu viel", sagt Bätzing. Ziel müsse es sein, die Drogenabhängigen bestmöglich mit Hilfsangeboten zu erreichen.

Der Bundestag hatte am 28. Mai nach jahrelangem Streit den Weg zur staatlichen Abgabe von künstlichem Heroin an Abhängige bundesweit freigemacht. Der Bundesrat stimmte dem Gesetz, mit dem das sogenannte Diamorphin als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel eingestuft wird, am 10. Juli zu.

Diamorphin bekommen Menschen in speziellen Einrichtungen unter staatlicher Aufsicht nach strengen Kriterien. Betroffene müssen seit mindestens fünf Jahren opiatabhängig sein, mindestens zwei erfolglose Therapien hinter sich haben und mindestens 23 Jahre alt sein. In Bonn, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln und München laufen bereits Modellversuche, die nun gesichert sind.

Lesen Sie dazu auch:
Bundesrat billigt staatliche Heroin-Abgabe

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Vom Chefarzt zum Hausarzt-Assistenten

Selten dürfte es sein, wenn nicht einmalig: Dr. Roger Kuhn hat seinen Chefarztposten im Krankenhaus aufgegeben, um in einer Hausarztpraxis zu arbeiten – als Assistent. mehr »

Keine Notdienstpflicht für ermächtigte Krankenhausärzte

Muss ein ermächtigter Klinikarzt auch KV-Notdienst leisten? Nein, hat das Bundessozialgericht jetzt entschieden. mehr »

Wenn die Depressions-App zweimal klingelt

Smartphone-Apps könnten helfen, eine beginnende Depression oder ein hohes Suizidrisiko aufzuspüren. Lernfähige Algorithmen könnten ein verändertes Nutzerverhalten erkennen – und notfalls Alarm schlagen. mehr »