Ärzte Zeitung online, 01.09.2009

3556 Bewerber um 600 Bundestags-Sitze

BERLIN (dpa). Um die rund 600 Abgeordnetensitze im Bundestag konkurrieren 3556 Bewerber von insgesamt 28 Parteien. Die älteste Kandidatin ist die 89 Jahre alte Irmgard Zecher, die auf Platz 17 der Landesliste der Grünen in Baden-Württemberg steht. Der jüngste Bewerber ist 18 Jahre alt und Mitglied der Republikaner, wie Bundeswahlleiter Roderich Egeler am Dienstag in Berlin mitteilte.

Von den 3556 Kandidaten sind rund 1000 Frauen. Damit liegt ihr Anteil bei 27,3 Prozent, fast genauso hoch wie 2005. Fast die Hälfte der Kandidaten ist zwischen 40 und 59 Jahre alt. Bei der Wahl am 27. September können 62,2 Millionen Bundesbürger ihre Stimme abgeben - 300 000 mehr als 2005. Dafür gibt es 80 000 Wahllokale. Dazu kommen noch 10 000 Lokale für die Auszählung von Briefwahlstimmen.

Einer dimap-Umfrage zufolge ist sich fast jeder dritte Wahlberechtigte noch nicht sicher, ob er am 27. September wählen wird - das sind rund 17 Millionen Menschen. Viele fühlten sich von den Aussagen der Parteien nicht angesprochen, zweifelten jedoch nicht grundsätzlich am politischen System. Die Wahlbeteiligung bei Bundestagswahlen geht seit Jahrzehnten zurück. Die Rekordmarke lag 1972 bei 91,1 Prozent, 2005 waren es nur noch 77,7 Prozent.

Im Ausland lebende Deutsche haben nur noch bis zum 6. September Zeit, einen Antrag für die Eintragung ins Wählerverzeichnis zu stellen. Bislang registrierten sich nach Angaben des Bundeswahlleiters rund 35 000 Menschen. Vor vier Jahren gaben fast 55 000 Menschen außerhalb Deutschlands ihre Stimmen ab.

Mit Blick auf die bei den Landtagswahlen im Internet-Dienst Twitter illegal vorzeitig veröffentlichten Wahlprognosen zeigte sich Egeler gelassen: "Ich stelle mir vor, dass das Thema Twitter bei der Bundestagswahl kein Thema ist." Am Wochenende kursierten bei den Wahlen in Thüringen, Sachsen und dem Saarland rund 90 Minuten vor Schließung der Wahllokale Prognosen, die den späteren Ergebnissen zum Teil ziemlich nahe kamen.

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