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Ärzte Zeitung online, 25.09.2009

Robbe fordert Traumata-Zentrum für Soldaten

BERLIN (dpa). Angesichts der steigenden Zahl von psychischen Problemen bei Soldaten nach Afghanistan-Einsätzen fordert der Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) die Regierung zum Handeln auf. Robbe warf Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) vor, ein vom Bundestag jüngst gefordertes Behandlungs- und Erforschungszentrum für Soldaten mit einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) nicht eingerichtet zu haben.

Robbe sagte der Zeitung "Die Welt" (Freitag), er interpretiere die Bundestagsentschließung so, "dass wir ein selbstständiges Institut für die Behandlung und Erforschung von PTBS benötigen".

Bei der Bundeswehr wurde darauf verwiesen, dass die Behandlung traumatisierter Soldaten in einer einzigen Klinik zu einer Stigmatisierung dieser Einrichtung und ihrer Patienten führen könne. Noch gravierender aber sei, dass Soldaten nach einem langen Auslandseinsatz wegen einer solchen Behandlung erneut für längere Zeit weit entfernt von der Heimat und den Angehörigen untergebracht sein könnten. Deshalb solle die Behandlung von PTBS-Symptomen auch zukünftig dezentral und regional erfolgen.

Robbe betonte hingegen, man brauche eine zentrale Einrichtung, auch um die Krankheit besser erforschen zu können: "Wir brauchen ein eigenes Institut mit eigenen Stellen, an dem auch Fachpersonal eingestellt wird und an dem Wissenschaftstransfer stattfinden kann."

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass immer mehr Soldaten nach ihren Afghanistan-Einsätzen unter psychischen Problemen und Traumata leiden. Im ersten Halbjahr 2009 wurden bereits 152 PTBS-Fälle registriert, teilte das Verteidigungsministerium mit. Im gesamten Jahr 2008 waren es 226. "Je länger und robuster die Auslandseinsätze verlaufen, desto höher ist auch die Aufkommenswahrscheinlichkeit für Fälle von PTBS", hieß es.

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