Ärzte Zeitung, 28.09.2009

Klarer Sieg für Henke im Duell gegen Schmidt

Erwartet wurde im Wahlkreis Aachen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und MB-Chef Rudolf Henke (CDU). Am Ende war es eine klare Angelegenheit.

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Im direkten Duell stimmten über 12 000 Wähler mehr für Rudolf Henke als für Ulla Schmidt.

AACHEN/BERLIN. Mit einem Vorsprung von 12 180 Stimmen (9,47 Prozent) hat der Chef des Marburger Bundes Rudolf Henke das Duell im Wahlkreis Aachen klar für sich entschieden. Er setzte sich gegen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) durch, die das Direktmandat zuvor drei Mal hintereinander holte. Dennoch sehen sich beide wieder: Schmidt zieht über die Landesliste ins Parlament ein.

Henke würde sich gerne im Bundestag gesundheitspolitisch engagieren. Er weiß aber, dass es wegen seiner Doppelfunktion als Vertreter der Klinikärzte zum Teil Vorbehalte gibt. Doch auch wenn er in den Gesundheitsausschuss einziehen sollte, will er seine Rolle als Abgeordneter nicht auf die des "eingebauten Lautsprechers der Ärzte in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion" reduziert wissen. "Ich will keinen Lobbyismus für Ärzte exerzieren, bei dem das Portemonnaie im Vordergrund steht", sagte Henke. Er sieht eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.

Der MB-Chef, der seit 1995 Landtagsabgeordneter in NRW ist, hat sich dort auch um Innovations-, Forschungs- und Wissenschaftspolitik gekümmert. "Ich würde mich auch nicht abgewertet sehen, wenn es in Berlin in diese Richtung ginge", so Henke. Andererseits sieht er durch die neue Konstellation in Berlin die Chance für einen gesundheitspolitischen Neuanfang, an dem er gerne mitwirken würde. Eine Abwicklung des Gesundheitsfonds sieht Henke nicht. Der werde Bestand haben.

Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Daniel Bahr, geht derweil von harten Verhandlungen zwischen Union und FDP aus. Schuld sei die bisherige Gesundheitsministerin, sagte Bahr. Schmidt habe der neuen Regierung "ein schweres Erbe mit einem Milliarden-Defizit im Gesundheitsfonds" hinterlassen. Seine Forderung nach sofortiger Abschaffung des Fonds wiederholte Bahr nicht. Stattdessen betonte er: "Wir wollen Schritt für Schritt unsere Vorstellungen umsetzen." (chb/hom)

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