Ärzte Zeitung, 05.10.2009

Neue Kooperation fördert die Transparenz

Patienten sollen sich ein besseres Bild über die Qualität erbrachter Leistungen bilden können. Das ist ein Ziel der Zusammenarbeit des Gemeinsamen Bundesausschusses mit dem Heidelberger AQUA-Institut.

Von Marion Lisson

Neue Kooperation fördert die Transparenz

Sieht eine neue Ära in der Qualtätssicherung: GBA-Chef Dr. Rainer Hess.

Foto: KBV

HEIDELBERG. Der Startschuss für die neue Kooperation des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit dem Göttinger AQUA-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen ist gefallen (wir berichteten). Gemeinsam wollen beide Vertragspartner ab sofort eine sektorenübergreifende Qualitätssicherung der medizinischen Versorgung in Deutschland voranbringen. Sowohl aus dem stationären, vertragsärztlichen sowie vertragszahnärztlichen Bereich als auch aus dem Sektor ambulante Operationen in Klinik und Praxis sowie dem Bereich DMP sollen die Daten zusammengetragen und hinsichtlich der Qualität verglichen werden.

"Besonders Patienten sollen ihren Nutzen ziehen können", machte AQUA-Geschäftsführer Professor Joachim Szecsenyi, beim 8. Kongress für Versorgungsforschung des deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF) und des 43. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) in Heidelberg, deutlich. "Patienten wollen Qualität erkennen", bekräftigte auch GBA-Vorsitzender Dr. Rainer Hess. Die neue sektorenübergreifende Qualitätssicherung solle dazu führen, Patienten mit konkreten Informationen zu versorgen, um ihnen die Wahl zum Beispiel für eine Therapie oder eine Klinik zu erleichtern.

Mit im Blick haben die Versorgungsforscher bei ihrer umfassenden Qualitätssicherungsarbeit auch die Schnittstellen. "Da geht es zum Beispiel ebenfalls um die Frage, warum manchmal Entlassungsbriefe aus der Klinik in der Kurzfassung etwas anderes aussagen als in der Langfassung", berichtete Szecsenyi, der auch Leiter der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung der Universitätsklinik Heideberg ist.

Wie dieser Austausch von Qualitätssicherungsdaten im Einzelnen stattfinden wird und wer regional sowie auf Landesebene bereits bestehende Qualitätssicherungsdaten liefern wird, dies soll in den nächsten Monaten geklärt werden.

AQUA und der GBA würden mit ihrer sektorenübergreifenden Qualitätssicherung eine neue Ära beginnen, zeigte sich Hess optimistisch. Neue Ansätze für die Versorgungsforschung könnten die Folge sein.

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