Ärzte Zeitung, 14.10.2009

Sozialkassen mit über neun Milliarden im Minus

WIESBADEN (dpa). Die Zunahme von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit hat die gesetzliche Sozialversicherung weit ins Minus getrieben. Das Defizit von 4,2 Milliarden Euro aus dem ersten Quartal des Jahres wuchs zur Jahresmitte um mehr als das Doppelte auf 9,2 Milliarden Euro, berichtete das Statistische Bundesamt.

Im Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2008 vergrößerte sich das Finanzierungsloch damit um 7,1 Milliarden Euro. Während die Kranken- und Pflegeversicherung ein Plus verzeichneten und die Rentenversicherung nur leicht ins Minus fiel, musste die Bundesagentur für Arbeit kräftige Verluste verkraften. Ihre Einnahmen sanken im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2008 um 30,6 Prozent. Damit beträgt das Defizit zehn Milliarden Euro - im vergleichbaren Vorjahreszeitraum lag es bei nur 0,7 Milliarden Euro.

Nach Angaben der Statistiker ist die Senkung des Beitragssatzes der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung zum Jahresanfang um 0,5 Prozentpunkte ein Grund für das große Defizit. Die Einnahmen sanken außerdem, weil der Bund einen Teil seiner Finanzierung später leisten durfte als 2008. Dem gegenüber steht ein Plus der Ausgaben von 19,2 Prozent. Das sei vor allem mit der Wirtschaftskrise zu erklären, die viele Unternehmen zu Kurzarbeit oder Entlassungen zwang.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »