Ärzte Zeitung online, 16.10.2009

Caritas sieht Finanzierung ihrer Arbeit in Gefahr

EICHSTÄTT (dpa). Der Deutsche Caritasverband (DCV) warnt vor drastischen Einschnitten im Sozialbereich. Wegen der Finanznot von Ländern und Kommunen wachse bundesweit der Druck auf die Einrichtungen der Caritas, sagte DCV-Präsident Peter Neher am Donnerstag zum Abschluss der Delegiertenversammlung in Eichstätt.

"In nicht wenigen Kommunen erfolgt die Finanzierung vereinbarter sozialer Leistungen erst nach Monaten." Dies führe zu existenziellen Problemen bei Angeboten wie der Sucht- und Schuldnerberatung oder der Obdachlosenarbeit.

Mit Blick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen in Berlin forderten die rund 200 Delegierten des DCV von der künftigen schwarz-gelben Bundesregierung, Kinderarmut zu bekämpfen und Altersarmut vorzubeugen. Dies erfordere Investitionen in Bildung und Qualifizierung, so Caritas-Chef Neher.

Der Deutsche Caritasverband mit Sitz in Freiburg wurde 1897 gegründet und engagiert sich im Bereich der Gesundheits-, Jugend- und Sozialhilfe. Mit etwa 520 000 Mitarbeitern in rund 25 000 Einrichtungen ist der katholische Wohlfahrtsverband der größte in Deutschland.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können auch das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »

Liebe überwindet geistige Behinderung

Eine Anlaufstelle in Mainz kümmert sich, wenn Menschen mit geistiger Behinderung wegen unerfüllter Sehnsucht nach Lust und Liebe das Herz schwer ist. Anfragen kommen aus ganz Deutschland. Trotzdem droht die Schließung. mehr »

Putzen schadet der Lunge ähnlich wie Rauchen

Schlechte Nachrichten für Sauberkeitsfans: Wer regelmäßig Reinigungsmittel benutzt, schadet seiner Lunge so, als ob man jahrelang raucht. Diesen Effekt fanden Forscher aber nur bei Frauen – doch sie haben dafür eine Erklärung. mehr »