Ärzte Zeitung, 05.11.2009

Bundeszentrale legt Präventionsmappe für Migranten auf

KÖLN (ras). Ob Einzel-, Paar- oder Gruppenberatung - die Präventionsmappe "Körperwissen und Verhütung" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eignet sich als neues Angebot auch für die ärztliche Beratungsarbeit mit Migranten.

Um diese praxisnahen Materialien zu entwickeln, wurden Frauen mit türkischem, ost- oder südosteuropäischem Migrationshintergrund im Alter von 20 bis 44 Jahren zu Migrationsgeschichte, Familienplanung und aktueller Lebenssituation befragt. Laut BZgA belegen Studienergebnisse, dass vor allem Frauen türkischer Herkunft ein großes Interesse an Themen wie "Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane" (89 Prozent), "befriedigende Sexualität in der Partnerschaft" (61 Prozent), "Verhütung und Pille" (46 Prozent) und "Schwangerschaft und Geburt" (35 Prozent) haben. Ärzten kommt hier eine große Verantwortung zu: Für 70 Prozent der türkischen Frauen sind sie die wichtigste Informationsquelle.

"Die Präventionsmappe ‚Körperwissen und Verhütung‘ berücksichtigt die Lebenszusammenhänge von Menschen mit Migrationshintergrund", betont Professor Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA. Die Mappe enthält über 100 Text- und Bildtafeln zu allen wichtigen Themen der Sexualpädagogik und Familienplanung wie Körperwissen, Sexualität, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt.

Die Mappe steht zum Download unter www.sexualaufklaerung.de/praeventionsmappe bereits. Sie kann für 20 Euro auch unter order@bzga.de bezogen werden.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Quereinstieg zum Hausarzt – reicht ein Jahr Weiterbildung?

Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einer Verwässerung der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner. Ein Jahr Weiterbildung reiche nicht für Umsteiger aus der Klinik. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »